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Objektiv-Telekonverter: Was Sie wissen sollten
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Inhalt 12 Abschnitte
Was ist ein Telekonverter?
Ein Telekonverter, auch Extender oder Teleconverter genannt, ist ein Zwischenstück mit eigenen Linsen. Er wird zwischen Kameragehäuse und Objektiv gesetzt und verlängert die Brennweite des gesamten Systems um einen festen Faktor. Üblich sind 1,4× und 2×, seltener werden höhere Faktoren angeboten.
Das Rechenprinzip ist einfach: Die Brennweite des Objektivs wird mit dem Faktor multipliziert. Ein 300-mm-Objektiv wird mit einem 2×-Konverter zu einem System mit 600 mm Brennweite, mit einem 1,4×-Konverter zu einem mit 420 mm. Der Bildwinkel wird entsprechend enger, das Motiv erscheint größer im Bild. Gefragt ist das vor allem in der Tier- und Sportfotografie und bei weit entfernten Motiven wie dem Mond. Wichtig bei Aufnahmen am Himmel: Richten Sie ein Teleobjektiv mit oder ohne Konverter nie ohne geeigneten, dafür zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne.
Der Gewinn an Reichweite kostet Licht. Ein 1,4×-Konverter verringert die Lichtstärke um eine Blendenstufe, ein 2×-Konverter um zwei. Dazu kommen je nach Kombination Einbußen bei Schärfe, Kontrast und Autofokus. Was das im Einzelnen bedeutet, erklären die folgenden Abschnitte.
Warum benutzt man einen Telekonverter?
Ein Telekonverter ersetzt kein längeres Objektiv, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Die wichtigsten Gründe:
- Mehr Reichweite mit vorhandener Ausrüstung: Wer nur gelegentlich mehr Brennweite braucht, erweitert ein vorhandenes Teleobjektiv, statt ein zweites, längeres anzuschaffen.
- Größere Abbildung des Motivs: Das Motiv nimmt mehr Fläche auf dem Sensor ein und wird auf mehr Pixel verteilt. Das bringt mehr Details als ein kleines Motiv, das nachträglich vergrößert wird, sofern das Objektiv genug Auflösungsreserve hat.
- Engerer Bildausschnitt: Der schmalere Bildwinkel lässt störende Elemente am Rand und im Hintergrund leichter aus dem Bild verschwinden.
- Geringes Packmaß: Ein Konverter ist klein und leicht im Vergleich zu einem zusätzlichen Objektiv mit langer Brennweite und passt in fast jede Fototasche.
- Kostenrahmen: Ein Konverter liegt in der Regel deutlich unter dem Preisniveau eines langen, lichtstarken Teleobjektivs der Oberklasse.
Welchen Effekt hat ein Telekonverter?
Brennweite und Bildwinkel
Der Konverter vergrößert den mittleren Teil des Bildes, das das Objektiv erzeugt. Die Brennweite steigt um den Faktor, der Bildwinkel sinkt entsprechend. Der Crop-Faktor der Kamera kommt rechnerisch hinzu: 300 mm mit 1,4×-Konverter ergeben 420 mm. An einer APS-C-Kamera mit Crop-Faktor 1,5 entspricht der Bildwinkel dann dem von etwa 630 mm an Kleinbild. Mehr dazu im Ratgeber zu Telebrennweiten und Bildwinkel.
Blende und Belichtung
Die Eintrittsöffnung des Objektivs bleibt gleich groß, die Brennweite wächst. Weil die Blendenzahl das Verhältnis von Brennweite zu Öffnung ist, steigt sie um den Konverterfaktor. Ein Objektiv mit f/2,8 wirkt mit 1,4× wie f/4 und mit 2× wie f/5,6. Ein Telezoom mit f/5,6 am langen Ende wird mit 2× zu f/11. Bei gleichem Licht braucht die Kamera also eine längere Verschlusszeit oder einen höheren ISO-Wert. Die Belichtungsmessung durch das Objektiv berücksichtigt den Lichtverlust automatisch.
Verschlusszeit und Verwacklung
Mit der Brennweite steigt die Verwacklungsgefahr. Als Faustregel ohne Stabilisator gilt eine Verschlusszeit von höchstens 1/(äquivalente Brennweite). 300 mm mit 2×-Konverter ergeben 600 mm, an Vollformat also etwa 1/600 s. An APS-C mit Faktor 1,5 sind es äquivalent 900 mm und damit eher 1/1000 s. Ein Bildstabilisator in Objektiv oder Kamera hilft gegen Verwackeln, nicht aber gegen Bewegungsunschärfe eines schnellen Motivs. Dagegen hilft nur eine kurze Verschlusszeit.
Schärfe und Kontrast
Der Konverter vergrößert auch die Fehler des Objektivs, etwa Farbsäume oder Randunschärfe, und fügt mit seinen eigenen Linsen weitere hinzu. Wie stark das sichtbar wird, hängt von der Kombination ab. Ein Objektiv mit großer Auflösungsreserve verträgt einen Konverter besser als eines, das schon ohne Konverter an seiner Grenze arbeitet. Bei 2× fallen die Verluste in der Regel deutlicher aus als bei 1,4×. Abblenden um eine Stufe verbessert die Schärfe häufig.
Autofokus
Mit Konverter erreicht weniger Licht die AF-Sensoren, und die Schärfe muss bei längerer Brennweite genauer sitzen. Der Autofokus kann dadurch langsamer werden und bei wenig Licht häufiger suchen. Viele Kameras haben eine Grenze für die effektive Blende, bis zu der der Autofokus arbeitet oder alle AF-Felder verfügbar sind. Diese Grenze steht in der Bedienungsanleitung oder den technischen Daten der Kamera.
Aufbau eines Telekonverters
Optisch ist ein Telekonverter eine zerstreuende Linsengruppe. Er sitzt hinter dem Objektiv, nimmt dessen zusammenlaufende Lichtstrahlen auf und lässt sie flacher zusammenlaufen. Dadurch entsteht das Bild größer, die Brennweite des Gesamtsystems steigt. Die wichtigsten Bauteile:
- Linsengruppe: mehrere Linsen, oft teilweise verkittet, die die Brennweite verlängern und zugleich Abbildungsfehler ausgleichen sollen.
- Gehäuse mit zwei Bajonetten: objektivseitig und kameraseitig das Bajonett des jeweiligen Systems, etwa Canon EF oder RF, Nikon F oder Z oder Sony E. Bei manchen Bauarten ragt die vordere Linse des Konverters in das Objektiv hinein. Das ist ein Grund, warum Konverter nur an bestimmte Objektive passen.
- Elektronische Kontakte: Sie reichen die Signale für Autofokus, Blendensteuerung und Stabilisator durch und melden der Kamera den Faktor, damit Blende und Brennweite korrekt angezeigt und gespeichert werden. Konverter ohne Kontakte gibt es vor allem für ältere, manuelle Systeme.
- Dichtungen: Einige Konverter sind gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Das nützt nur, wenn auch Objektiv und Kamera abgedichtet sind.
Anzahl, Glasart und Vergütung der Linsen bestimmen, wie viel Bildqualität der Konverter kostet. Angaben dazu finden Sie im Linsenschnitt des Herstellers.
Telekonverter mit geringer Dispersion
Dispersion bedeutet, dass Glas Licht unterschiedlicher Wellenlänge unterschiedlich stark bricht. Blaues Licht wird stärker gebrochen als rotes, die Farben treffen nicht im selben Punkt zusammen. Das Ergebnis sind Farbsäume an kontrastreichen Kanten, die chromatische Aberration. Bei langen Brennweiten fällt sie besonders auf, und ein Konverter vergrößert sie mit.
Hersteller setzen deshalb Gläser mit geringer Dispersion ein, gekennzeichnet etwa als ED, oder Elemente aus Fluorit. APO steht für eine besonders weitgehende Farbkorrektur. Für die Praxis heißt das:
- Solche Gläser verringern Farbsäume, sie machen ein schwaches Objektiv aber nicht scharf. Entscheidend bleibt die Kombination aus Objektiv und Konverter.
- Ob ein Konverter ED-Glas enthält, steht in den Herstellerangaben zum Linsenaufbau.
- Vignettierung, also abgedunkelte Bildecken, hat mit Dispersion nichts zu tun. Weil der Konverter nur den mittleren Teil des Bildkreises nutzt, fällt sie mit Konverter oft sogar geringer aus.
Welche Telekonverter es gibt
Telekonverter sind in der Regel an ein System gebunden. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:
- Konverter der Kamerahersteller: etwa die Extender von Canon oder die TC-Konverter von Nikon. Sie sind für bestimmte Objektive des eigenen Systems gebaut, meist für lange Festbrennweiten und lichtstarke Telezooms. Welche Objektive freigegeben sind, steht in der Kompatibilitätsliste des Herstellers.
- Konverter der Objektivhersteller: Sigma und Tamron bieten Konverter für ausgewählte eigene Teleobjektive an, jeweils in der Ausführung für ein bestimmtes Bajonett.
- Universelle Konverter von Drittanbietern: Sie passen mechanisch an viele Objektive eines Bajonetts. Bildqualität und die Funktion von Autofokus und Stabilisator sind aber nicht für jede Kombination zugesagt.
Nicht zu verwechseln sind Telekonverter mit Bajonettadaptern. Ein einfacher Adapter, der ein Objektiv eines anderen Systems an die Kamera bringt, enthält keine Linsen und ändert die Brennweite nicht. Sogenannte Speedbooster wirken sogar umgekehrt: Sie verkürzen die Brennweite und machen das System lichtstärker.
Objektiv-Kompatibilität
Nicht jeder Telekonverter funktioniert mit jedem Objektiv. Vor dem Kauf sollten Sie diese Punkte klären:
- Bajonett und Freigabe: Der Konverter muss zum Bajonett von Kamera und Objektiv passen. Ob eine bestimmte Kombination funktioniert, klären allein die Herstellerangaben zu Konverter und Objektiv. Dass sich zwei Teile mechanisch verbinden lassen, sagt nichts über Autofokus und Bildqualität.
- Objektivtyp: Konverter der Kamerahersteller sind meist für lange Festbrennweiten und lichtstarke Telezooms freigegeben. Viele Einsteiger-Zooms sind ausgenommen, teils weil die hintere Linse des Objektivs mit der vorderen Linse des Konverters kollidieren würde.
- Effektive Blende: Je lichtstärker das Ausgangsobjektiv, desto mehr Spielraum bleibt. Aus f/2,8 wird mit 2× f/5,6, aus f/6,3 wird rechnerisch f/12,6. Liegt die effektive Blende jenseits der AF-Grenze der Kamera, bleibt nur der manuelle Fokus oder ein eingeschränkter Autofokus.
- Funktionen: Prüfen Sie in den Herstellerangaben, ob Autofokus, Stabilisator und Blendensteuerung mit Konverter voll erhalten bleiben.
Vor- und Nachteile von Telekonvertern
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kostenrahmen: meist günstiger als ein zusätzliches langes Teleobjektiv. | Lichtverlust: eine Blendenstufe bei 1,4×, zwei bei 2×. |
| Platzsparend: klein und leicht, gut zu transportieren. | Schärfe und Kontrast: Fehler des Objektivs werden mitvergrößert. |
| Abbildung: bei guter Kombination mehr Details als nachträgliches Zuschneiden. | Autofokus: langsamer, bei hoher effektiver Blende eingeschränkt oder nicht verfügbar. |
| Flexibilität: an mehreren freigegebenen Objektiven nutzbar. | Kompatibilität: nur an Objektive, die der Hersteller freigibt. |
Vergleich mit anderen Methoden
Telekonverter oder Zwischenring
Ein Zwischenring enthält kein Glas. Er vergrößert nur den Abstand zwischen Objektiv und Sensor. Dadurch lässt sich näher fokussieren und der Abbildungsmaßstab steigt, die Einstellung auf unendlich geht aber verloren. Er dient der Nahaufnahme, nicht der Reichweite. Ein Telekonverter verlängert dagegen die Brennweite, behält in der Regel die Fokussierung bis unendlich und lässt die Naheinstellgrenze unverändert. Der Abbildungsmaßstab steigt dabei um den Konverterfaktor. Mehr dazu im Beitrag über den Zwischenring am Teleobjektiv.
Telekonverter oder Zuschneiden in der Nachbearbeitung
Zuschneiden kostet weder Geld noch Licht, verringert aber die Pixelzahl des Bildes. Der Konverter verteilt das Motiv dagegen auf mehr Pixel. Ob das am Ende mehr Detail bringt, hängt davon ab, ob das Objektiv feiner auflöst als der Sensor. Bei einem sehr scharfen Objektiv bringt der Konverter echten Gewinn. Bei einem Objektiv, das schon ohne Konverter an seiner Grenze arbeitet, kann ein Ausschnitt gleichwertig sein. Ein Vergleich eigener Aufnahmen desselben Motivs schafft hier Klarheit.
Telekonverter oder Ausschnitt in der Kamera
Viele Kameras bieten einen Crop-Modus oder einen digitalen Zoom. Technisch ist das ein Zuschnitt vor dem Speichern, mit derselben verringerten Pixelzahl. Beim Digitalzoom wird das JPEG teils wieder hochgerechnet, ohne dass Details hinzukommen. Vorteile sind ein Sucherbild im engeren Ausschnitt und kleinere Dateien. An Bilddetails gewinnen Sie gegenüber dem späteren Zuschnitt nichts.
Telekonverter kaufen
- Freigabe prüfen: Schauen Sie zuerst in die Kompatibilitätsliste des Herstellers. Nur dort steht, ob Ihr Objektiv mit dem Konverter verwendet werden kann und welche Funktionen erhalten bleiben.
- Faktor wählen: 1,4× ist der übliche Kompromiss mit einer Blendenstufe Verlust. 2× bringt mehr Reichweite, kostet aber zwei Blendenstufen und meist sichtbar mehr Schärfe. An einem lichtschwachen Telezoom ist 2× selten sinnvoll.
- Optische Qualität: Achten Sie auf die Herstellerangaben zum Linsenaufbau, etwa Elemente mit geringer Dispersion und die Vergütung. Unabhängige Tests mit Ihrer Objektivkombination geben zusätzliche Orientierung. Wenn möglich, leihen Sie den Konverter vor dem Kauf aus oder probieren ihn aus.
- Preisklasse: Konverter der Einsteigerklasse sind meist universell gebaut und optisch einfacher. Systemkonverter der Kamera- und Objektivhersteller liegen in der Mittel- bis Oberklasse.
- Wetterschutz: Sind Objektiv und Kamera abgedichtet, sollte es auch der Konverter sein.
Kurz gesagt
- Ein Telekonverter multipliziert die Brennweite. 1,4× kostet eine Blendenstufe, 2× zwei.
- Er gehört nur an Objektive, die der Hersteller freigegeben hat. Mechanisches Passen reicht nicht.
- Er vergrößert auch die Fehler des Objektivs: Je besser das Ausgangsobjektiv, desto besser das Ergebnis.
- Für dauerhaft mehr Reichweite ist ein längeres Teleobjektiv oft die bessere Lösung, für gelegentliche Einsätze ist der Konverter eine kompakte Ergänzung. Welche Brennweite zu welchem Motiv passt, zeigt der Ratgeber zu Brennweiten und Einsatzzwecken.
Häufige Fragen zu Objektiv-Telekonvertern
Wie viel Licht kostet ein Telekonverter?
Ein 1,4×-Konverter kostet eine Blendenstufe, ein 2×-Konverter zwei. Ein Objektiv mit f/2,8 wirkt mit 1,4× wie f/4 und mit 2× wie f/5,6. Entsprechend länger wird die Verschlusszeit oder höher der ISO-Wert.
Hat ein Telekonverter Nachteile?
Ja. Neben dem Lichtverlust vergrößert er die Fehler des Objektivs, was Schärfe und Kontrast mindern kann. Der Autofokus wird oft langsamer und kann bei hoher effektiver Blende eingeschränkt sein. Außerdem passt er nur an Objektive, die der Hersteller freigibt.
Wie wähle ich den richtigen Telekonverter aus?
Prüfen Sie zuerst in der Kompatibilitätsliste des Herstellers, ob Ihr Objektiv freigegeben ist. Wählen Sie dann den Faktor: 1,4× ist der übliche Kompromiss, 2× lohnt sich vor allem an lichtstarken Objektiven. Herstellerangaben zum Linsenaufbau und unabhängige Tests helfen bei der Einschätzung der Bildqualität.
Für welche Fotografie eignet sich ein Telekonverter?
Vor allem für Tier-, Vogel- und Sportfotografie sowie für weit entfernte Motive wie den Mond, wenn gelegentlich mehr Reichweite gebraucht wird. Richten Sie das Objektiv dabei nie ohne geeigneten, dafür zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu