Lichtstärke, Schärfentiefe, Bokeh Redaktion Teleobjektiv · Stand
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Blendenzahl und Lichtstärke
Die Blendenzahl (f-Zahl) ist das Verhältnis aus Brennweite und Durchmesser der Eintrittspupille. Ein 50-mm-Objektiv mit 25 mm Öffnung hat demnach f/2. Wenn von der Lichtstärke eines Objektivs die Rede ist, ist die kleinste Blendenzahl gemeint, die es erlaubt. Die Blendenreihe 1,0 / 1,4 / 2,0 / 2,8 / 4,0 / 5,6 / 8 / 11 / 16 steigt jeweils um den Faktor √2, weil die Fläche der Öffnung mit dem Quadrat des Durchmessers wächst. Jede ganze Stufe halbiert oder verdoppelt deshalb die Lichtmenge.
Zwischen f/1,4 und f/2,8 liegen zwei Stufen, der Sensor erhält bei f/1,4 also viermal so viel Licht. Die nominelle Blendenzahl ist eine geometrische Angabe. Ein Teil des Lichts geht an den Glasflächen verloren; für Filmobjektive wird dieser Verlust im T-Stop berücksichtigt. In der Fotografie ist der Unterschied meist gering.
Folgen für ISO und Verschlusszeit
Zwei Stufen mehr Lichtstärke erlauben entweder eine vierfach kürzere Verschlusszeit oder einen vierfach niedrigeren ISO-Wert. Ein Zoom mit f/5,6 verlangt in schwachem Kunstlicht etwa ISO 3200, ein lichtstarkes Zoom mit f/2,8 kommt bei gleicher Verschlusszeit mit ISO 800 aus. Das entlastet das Rauschverhalten. Ein lichtstarkes Teleobjektiv für schlechte Lichtverhältnisse ist deshalb bei Hallen- und Dämmerungsmotiven gefragt. Wer von f/5,6 auf f/2,8 wechselt, kann die Verschlusszeit bei gleichem ISO von 1/250 s auf 1/1000 s verkürzen, ein Vorteil bei schnellen Motiven.
Bei langen Brennweiten steigt der nötige Linsendurchmesser zugleich linear mit der Brennweite. Ein 400-mm-Objektiv mit f/2,8 braucht eine Eintrittspupille von rund 143 mm. Das erklärt, warum lichtstarke Supertele groß und schwer sind.
- f/1,4 bis f/2: sehr lichtstark, geeignet für vorhandenes Licht und starke Freistellung.
- f/2,8: verbreitet bei professionellen Zooms, ein Kompromiss aus Lichtstärke und Größe.
- f/4 bis f/5,6: typisch für Telezooms, bei wenig Licht ist ein höherer ISO-Wert nötig.
- f/8 bis f/11: viele Objektive erreichen hier ihre beste Schärfe, bei kleineren Öffnungen mindert Beugung die Schärfe wieder.
Schärfentiefe steuern
Die Schärfentiefe hängt von drei Größen ab: Blende, Brennweite und Aufnahmeabstand. Wer sie kennt, setzt Schärfe gezielt ein. Wie sich Blendenwerte bei langen Brennweiten auswirken, behandelt der Beitrag zur Rolle der Blende bei Teleobjektiven.
Blende
Eine große Blendenöffnung (kleine f-Zahl) verringert die Schärfentiefe, eine kleine Öffnung vergrößert sie. Bei f/1,4 und einem Porträt aus etwa 1,5 m Abstand ist der scharfe Bereich am Kleinbild nur noch wenige Zentimeter tief, die Nasenspitze kann schon weicher sein als die Augen. Der Fokuspunkt muss dann exakt sitzen.
Brennweite und Abstand
Auch die Brennweite wirkt stark. Für ein Kleinbild-Beispiel mit dem üblichen Zerstreuungskreis von 0,03 mm gilt grob: Bei 4 m Abstand und f/5,6 ist die Schärfentiefe mit 200 mm Brennweite deutlich kleiner als mit 50 mm bei f/1,4. Der Grund liegt im größeren Abbildungsmaßstab bei langer Brennweite, das Motiv füllt mehr vom Bild und die Unschärfe im Hintergrund wirkt stärker.
Der Aufnahmeabstand wirkt quadratisch: Halbiert sich der Abstand, schrumpft die Schärfentiefe etwa auf ein Viertel. Bei 85 mm, f/2 und 3 m Abstand beträgt sie am Kleinbild rund 15 cm, bei 1,5 m nur noch knapp 4 cm. Im Nahbereich nimmt der Effekt weiter zu: Bei 1:1-Abbildungsmaßstab ist selbst bei f/16 die Schärfentiefe nur noch ein bis zwei Millimeter. Welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, zeigt der Beitrag zur Schärfentiefe mit dem Teleobjektiv.
- Große Schärfentiefe: kurze Brennweite, kleine Blende (hohe f-Zahl), großer Motivabstand.
- Geringe Schärfentiefe: lange Brennweite, große Blende (kleine f-Zahl), geringer Motivabstand.
- Hintergrundabstand: Je weiter der Hintergrund hinter dem Motiv liegt, desto weicher erscheint er.
- Sensorgröße: Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende ergibt ein größerer Sensor weniger Schärfentiefe als APS-C oder Micro Four Thirds.
Bokeh und seine Qualität
Bokeh bezeichnet die Qualität der unscharfen Bildteile. Sie ergibt sich aus der Konstruktion des Objektivs. Ein Lichtpunkt außerhalb der Schärfeebene wird als Unschärfekreis abgebildet. Dessen Form, Größe und Gleichmäßigkeit bestimmen, ob der Hintergrund ruhig oder unruhig wirkt.
Form der Unschärfekreise
Ideal ist ein runder, gleichmäßig ausgeleuchteter Kreis mit weichem Rand. Die sphärische Aberration beeinflusst das: Wird sie nicht vollständig korrigiert, kann die Unschärfe vor und hinter der Fokusebene unterschiedlich weich wirken. Die Zahl und Form der Blendenlamellen prägt die Kreise ebenfalls. Wenige Lamellen ergeben beim Abblenden Vielecke, viele gerundete Lamellen halten die Kreise auch bei kleineren Öffnungen rund.
Linsendesign
Asphärische Elemente verbessern die Schärfe im Fokus, können aber ringförmige Muster in den Unschärfekreisen erzeugen. Objektive mit Apodisationsfilter schwächen die Randstrahlen ab und erzeugen sehr weiche Kreise, kosten aber wirksame Lichtstärke. Das sind Eigenschaften einzelner Bauarten, die Hersteller in ihren Unterlagen beschreiben.
Eine Lichterkette aus drei bis vier Metern Abstand bei offener Blende zeigt die Qualität gut. Gleichmäßig gefüllte Kreise ohne Doppelkonturen und ohne Helligkeitsgefälle von der Mitte zum Rand sprechen für ein ruhiges Bokeh. Mit Teleobjektiven fällt der Hintergrund bei gleichem Motivabstand weicher aus als mit Weitwinkelobjektiven, weil er stärker vergrößert wird.
Kurz gesagt
- Jede Blendenstufe halbiert oder verdoppelt die Lichtmenge.
- Schärfentiefe sinkt mit Brennweite, offener Blende und kurzem Abstand.
- Der Aufnahmeabstand wirkt quadratisch auf die Schärfentiefe.
- Bokeh-Qualität hängt von Lamellen, Aberrationen und Linsendesign ab.
FAQ zu Lichtstärke, Schärfentiefe und Bokeh
Was bedeutet Lichtstärke in der Fotografie?
Lichtstärke ist die größte Blendenöffnung eines Objektivs, angegeben als kleinste Blendenzahl. Eine kleine f-Zahl bedeutet viel durchgelassenes Licht und ermöglicht kurze Belichtungszeiten bei wenig Licht.
Wie beeinflusst die Blende die Schärfentiefe?
Eine große Blendenöffnung (kleine f-Zahl) verringert die Schärfentiefe, eine kleine Öffnung (hohe f-Zahl) vergrößert sie.
Was ist Bokeh und warum ist es wichtig?
Bokeh beschreibt die Qualität der unscharfen Bildbereiche. Ein ruhiges Bokeh lenkt den Blick auf das Hauptmotiv, ein unruhiges lenkt davon ab.
Welche Rolle spielt die Brennweite für die Schärfentiefe?
Bei gleichem Abstand und gleicher Blende ergibt eine längere Brennweite eine geringere Schärfentiefe als eine kürzere.
Wie beeinflusst der Motivabstand die Schärfentiefe?
Je näher das Motiv, desto geringer die Schärfentiefe. Halber Abstand bedeutet etwa ein Viertel der Schärfentiefe.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu