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Teleobjektiv

Auswahlkriterien Redaktion Teleobjektiv · Stand

Teleobjektiv-Vergrößerung: Brennweite, Zoomfaktor, Bildwinkel

Inhalt 11 Abschnitte

Was Vergrößerung bei einem Teleobjektiv bedeutet

Ein Kameraobjektiv hat keine feste Vergrößerung wie ein Fernglas. Maßgeblich ist die Brennweite in Millimetern: Je länger sie ist, desto größer erscheint ein Motiv im Bild. Als Vergleichsmaß dient üblicherweise das 50-mm-Normalobjektiv an Kleinbild. Ein Objektiv mit 300 mm bildet ein Motiv dann etwa sechsmal größer ab, eines mit 600 mm etwa zwölfmal.

Zugleich verengt sich der Bildwinkel. Er folgt aus der Sensordiagonale und der Brennweite: Bildwinkel = 2·arctan(Sensordiagonale / (2·Brennweite)). Für Kleinbild mit rund 43 mm Diagonale ergeben sich diese Werte:

BrennweiteDiagonaler Bildwinkel (Kleinbild)Größe gegenüber 50 mm
50 mmetwa 47 Grad1-fach
100 mmetwa 24 Grad2-fach
200 mmetwa 12 Grad4-fach
300 mmetwa 8 Grad6-fach
600 mmetwa 4 Grad12-fach

Der Bildwinkel ist damit die eigentliche Größe, die ein Teleobjektiv bestimmt. Eine hohe Vergrößerung bedeutet einen kleinen Bildausschnitt.

Crop-Faktor: gleiche Brennweite, engerer Bildwinkel

Die Brennweite ist eine Eigenschaft des Objektivs und bleibt an jeder Kamera gleich. Ein kleinerer Sensor schneidet jedoch einen kleineren Bildausschnitt aus. Die kleinbildäquivalente Brennweite ergibt sich aus Brennweite mal Crop-Faktor. Der Faktor beträgt bei APS-C etwa 1,5, bei Canon APS-C 1,6 und bei Micro Four Thirds 2,0. Ein 300-mm-Objektiv an APS-C zeigt daher den Ausschnitt eines Kleinbildobjektivs mit etwa 450 mm, an Micro Four Thirds den eines 600-mm-Objektivs.

Zoomverhältnis berechnen und richtig lesen

Das Zoomverhältnis ist der Quotient aus längster und kürzester Brennweite eines Zoomobjektivs. Es beschreibt den Variationsbereich, nicht die Reichweite.

  • Ein 18-55-mm-Zoom hat ein Zoomverhältnis von etwa 3 (55 geteilt durch 18).
  • Ein 70-300-mm-Zoom kommt auf etwa 4,3 (300 geteilt durch 70).
  • Ein 100-400-mm-Zoom liegt bei 4, reicht aber weiter als beide, weil seine längste Brennweite größer ist.

Wer weit entfernte Motive größer abbilden möchte, vergleicht deshalb die längste Brennweite. Wer die längste Brennweite eines Objektivs durch die kürzeste eines anderen teilt, etwa 300 mm durch 18 mm, erhält eine Zahl ohne Aussagekraft. Ein hohes Zoomverhältnis ist außerdem kein Qualitätsmerkmal: Je größer der Bereich, desto mehr Kompromisse braucht die Konstruktion.

Brennweite nach Motiv wählen

Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Motiv; die Einsatzzwecke der Brennweiten fasst der entsprechende Ratgeber zusammen. Typische Bereiche:

  • Tiere: Etwa 200 bis 600 mm, weil sich scheue Tiere nur aus der Ferne fotografieren lassen. Zooms der Klasse 70-300 oder 100-400 sind gebräuchlich.
  • Sport: Etwa 200 bis 400 mm mit schnellem Autofokus und kurzen Verschlusszeiten.
  • Porträt: Etwa 85 bis 135 mm. Sie zeichnen Gesichter ohne starke Verzerrung und stellen den Hintergrund frei.
  • Landschaft: Etwa 70 bis 200 mm, um Details und entfernte Ausschnitte zu isolieren.

Reisezooms vom Weitwinkel bis in den Telebereich sind keine reinen Teleobjektive. Sie sind flexibel, erreichen am langen Ende aber meist weniger als spezielle Telezooms und sind oft weniger lichtstark.

Je länger die Brennweite, desto stärker beeinflusst sie auch die Bildkomposition: Hintergründe rücken optisch näher an das Motiv, Ebenen wirken verdichtet. Ausführlich behandeln das die Aufnahmetechniken mit Teleobjektiven.

Weitere Merkmale neben der Brennweite

  • Lichtstärke: Eine größere Blendenöffnung, etwa f/2.8, erlaubt kürzere Verschlusszeiten und einen weicheren Hintergrund, macht das Objektiv aber größer und schwerer. Mehr dazu im Ratgeber zu Lichtstärke, Schärfentiefe und Bokeh. Viele Telezooms sind zum langen Ende hin lichtschwächer.
  • Bildstabilisierung: Sie verringert Verwacklung bei langen Brennweiten. Gegen die Bewegung des Motivs hilft sie nicht. Die Wirkung gibt der Hersteller an; ein Vergleichswert ohne Quelle ist nicht belastbar.
  • Autofokus: Bei Sport und Tieren zählt, wie zuverlässig er ein bewegtes Motiv hält. Angaben dazu stehen in den Herstellerunterlagen.
  • Vergütung: Sie mindert Reflexe und Geisterbilder, besonders bei Gegenlicht.
  • Wetterschutz: Ob und wie weit ein Objektiv abgedichtet ist, ergibt sich aus den Herstellerangaben, und das Gehäuse muss mitspielen.
  • Gewicht und Größe: Sie entscheiden darüber, wie lange sich ein Objektiv aus der Hand führen lässt.

Rechenbeispiel: Wie groß wird das Motiv im Bild?

Näherungsweise gilt: Bildgröße auf dem Sensor = Brennweite × Motivgröße / Entfernung. Ein Vogel von 20 cm Größe in 30 m Entfernung erscheint bei 600 mm Brennweite mit etwa 600 mm × 0,2 m / 30 m = 4 mm Höhe auf dem Sensor. Ein Kleinbildsensor ist 24 mm hoch, der Vogel füllt damit rund ein Sechstel der Bildhöhe. Bei 300 mm wäre es nur ein Zwölftel. An einem Sensor mit Crop-Faktor 1,5 füllt der Vogel bei 400 mm ungefähr so viel Bildhöhe wie bei 600 mm an Kleinbild.

Daraus folgt: Entfernung und Motivgröße bestimmen, welche Brennweite sinnvoll ist. Wer ein kleines Motiv formatfüllend möchte, braucht entweder eine sehr lange Brennweite oder muss näher heran. Tarnung und Geduld bringen oft mehr als zusätzliche Millimeter.

Abbildungsmaßstab bei Nahaufnahmen

Für kleine, nahe Motive zählt der Abbildungsmaßstab, also das Verhältnis von Bildgröße auf dem Sensor zur tatsächlichen Motivgröße. Ein Maßstab von 1:1 bedeutet, dass das Motiv in Originalgröße auf dem Sensor erscheint. Teleobjektive erreichen wegen ihrer Naheinstellgrenze meist deutlich kleinere Maßstäbe; die Herstellerangabe nennt den Wert. Makroobjektive sind für nahe Motive gebaut, Zwischenringe verkürzen die Naheinstellgrenze, kosten aber Lichtstärke.

Optischer Zoom, Digitalzoom und Ausschnitt

Nur die optische Brennweite vergrößert das Bild, ohne Auflösung zu verlieren. Der Digitalzoom vieler Kompaktgeräte und Handys vergrößert dagegen lediglich den Ausschnitt aus dem Bildsensor und interpoliert Pixel, ein Gewinn an Details entsteht dadurch nicht. Handy-Aufsätze sind keine Kameraobjektive und lassen sich nicht mit Wechselobjektiven vergleichen. Auch bei Kompaktkameras und Smartphones lohnt es, auf die optische Brennweite zu achten statt auf die Zoom-Angabe insgesamt, denn in dieser steckt oft ein digitaler Anteil.

Grenzen der Vergrößerung

Mit der Brennweite wachsen auch die Probleme. Verwacklung nimmt zu, die Schärfentiefe sinkt, und bei großer Entfernung begrenzen Dunst und Luftflimmern über erwärmtem Boden die erreichbare Schärfe. Ein Telekonverter verlängert die Brennweite weiter, kostet aber Licht: 1,4× eine Blendenstufe, 2× zwei Stufen, und der Autofokus kann leiden. Welche Konverter zu einem Objektiv passen, geben die Hersteller an.

Wer nur gelegentlich weit entfernte Motive fotografiert, kann alternativ Aufnahmen beschneiden. Das senkt die Auflösung und erreicht nicht die Detailtreue einer längeren Brennweite, ist aber eine Reserve.

Kurz gesagt

  • Die Vergrößerung ergibt sich aus der Brennweite, bezogen auf das 50-mm-Normalobjektiv an Kleinbild.
  • Der Crop-Faktor ändert den Bildwinkel, nicht die Brennweite des Objektivs.
  • Das Zoomverhältnis (längste durch kürzeste Brennweite) beschreibt nicht die Reichweite, dafür zählt die längste Brennweite.
  • Lichtstärke, Stabilisierung und Gewicht gehören zur Abwägung, die genauen Daten liefert der Hersteller.

Häufige Fragen zur Vergrößerung bei Teleobjektiven

Wie wird die Vergrößerung eines Teleobjektivs angegeben?

Über die Brennweite in Millimetern. Als Maß dient meist das 50-mm-Normalobjektiv an Kleinbild: 300 mm bilden ein Motiv etwa sechsmal größer ab.

Wie berechnet man das Zoomverhältnis?

Die längste Brennweite wird durch die kürzeste geteilt. Ein 70-300-mm-Zoom hat damit ein Zoomverhältnis von etwa 4,3.

Sagt das Zoomverhältnis etwas über die Reichweite?

Nein. Es beschreibt den Bereich zwischen kürzester und längster Brennweite. Für die Reichweite zählt die längste Brennweite, an kleineren Sensoren zusammen mit dem Crop-Faktor.

Welche Rolle spielt die Lichtstärke?

Sie bestimmt, wie viel Licht das Objektiv durchlässt. Eine größere Blendenöffnung ermöglicht kürzere Verschlusszeiten und mehr Freistellung, macht ein Objektiv aber meist größer.

Wie wähle ich die Brennweite für mein Motiv?

Nach Abstand und Motivgröße: Für Porträts reichen etwa 85 bis 135 mm, für Sport 200 bis 400 mm, für scheue Tiere eher 300 bis 600 mm. Der Crop-Faktor der Kamera verschiebt diese Werte.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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