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Teleobjektiv

Telebrennweiten & Bildwinkel Redaktion Teleobjektiv · Stand

Nikon Teleobjektiv mit 800 mm: Was Superteles leisten und kosten

Inhalt 16 Abschnitte

Was 800 mm im Bild bedeuten

Eine Brennweite von 800 mm gehört zu den Superteles. Sie zeigt einen sehr engen Ausschnitt der Szene. Der Bildwinkel folgt der Formel 2·arctan(Sensordiagonale / (2·Brennweite)). An einer Nikon mit Kleinbildsensor (FX, Diagonale etwa 43 mm) sind das rund 3°, an einer DX-Kamera mit dem Crop-Faktor von etwa 1,5 rund 2°. Die Brennweite des Objektivs bleibt dabei 800 mm, nur die Bildwirkung entspricht an DX etwa 1200 mm am Kleinbild.

Zwei Rechenbeispiele machen das greifbar. In 50 m Entfernung deckt 800 mm an FX eine Bildbreite von etwa 2,25 m ab, ein Vogel auf einem Ast füllt das Bild also deutlich. Der Vollmond, der am Himmel rund einen halben Grad misst, erscheint bei 800 mm als Scheibe von etwa 7 mm Durchmesser auf dem Sensor, das ist rund ein Fünftel der Bildbreite. Wie Bildwinkel und Brennweite zusammenhängen, erklärt der Ratgeber zu Bildwinkel und Telebrennweiten.

Bauarten bei 800 mm

  • Festbrennweite als Supertele: Sie ist auf die Brennweite gerechnet und bietet gleichmäßige Qualität über das Bild. Bei 800 mm gehört sie zur Oberklasse und ist auf Profis und ernsthafte Hobbyisten zugeschnitten.
  • Festbrennweite mit Fresnel-Element: Solche Konstruktionen nutzen eine spezielle Linse, um die Baulänge und das Gewicht zu senken. Das erleichtert die Handhabung; Eigenheiten wie Reflexe bei Gegenlicht nennt der Hersteller in seinen Unterlagen.
  • Zoom plus Telekonverter: Zooms, die bis etwa 600 mm reichen, kommen mit einem 1,4-fachen Konverter in die Nähe von 800 mm. Das spart Gewicht, kostet aber Lichtstärke und kann den Autofokus bremsen.
  • Spiegellinsenobjektive: Sie erreichen lange Brennweiten bei kompakter Bauform, haben aber meist eine feste Blende und keinen Autofokus. Das Hintergrund-Bokeh zeigt typische Ringe.

Konkrete Zahlen zu Gewicht, Länge, Linsenanzahl oder Filtergröße einzelner Modelle finden Sie auf der Website von Nikon. In diesem Ratgeber stehen Gattungen und Rechenwege.

Lichtstärke: was die Öffnung kostet

Superteles sind selten sehr lichtstark. Das hat einen einfachen Grund: Die Blendenzahl ist die Brennweite geteilt durch den Durchmesser der Eintrittspupille. Bei 800 mm und f/6,3 ergibt das rund 127 mm, bei f/5,6 rund 143 mm. Eine Öffnung von f/2,8 würde etwa 286 mm Durchmesser verlangen. Frontlinsen dieser Größe sind schwer und teuer und liegen weit jenseits dessen, was sich aus der Hand führen lässt.

Wer bei 800 mm in der Dämmerung fotografiert, muss deshalb den ISO-Wert erhöhen oder die Zeit verlängern. Kurze Zeiten bei bewegten Motiven verlangen Licht, und das ist bei Offenblende f/6,3 oder f/8 nicht im Überfluss vorhanden. Die Lichtstärke im Zusammenhang mit Schärfentiefe und Bokeh beschreibt der Ratgeber zu Lichtstärke, Schärfentiefe und Bokeh. Bei Tageslicht ist die kleinere Öffnung dagegen unproblematisch und bringt eine größere Schärfentiefe.

Verschlusszeit und Stabilisator

Die Faustregel nennt als längste Zeit ohne Stabilisator 1/(äquivalente Brennweite). An FX sind das 1/800 s, an DX mit 1200 mm Äquivalent 1/1250 s. Nikon nennt seine Bildstabilisierung im Objektiv VR; wie viele Blendenstufen sie ausgleicht, geben die Herstellerangaben an und gelten unter Idealbedingungen. Ein Stabilisator verbessert die Chance auf scharfe Aufnahmen aus der Hand, ist aber keine Garantie, vor allem nicht bei schwankendem Standort.

Wichtig bleibt die Trennung zweier Probleme. Der Stabilisator mindert Verwackeln der Kamera. Die Bewegung des Motivs, etwa eines fliegenden Vogels oder eines Läufers, friert er nicht ein. Dafür sind kurze Verschlusszeiten nötig, bei schnellen Motiven oft 1/2000 s oder kürzer. Im Videobetrieb sind lange Brennweiten besonders anfällig für Wackeln, ein Stativ mit Fluidkopf ist hier die sichere Lösung.

Schärfentiefe und Fokussierung

Die Schärfentiefe wird mit der Brennweite stark kleiner. Als grobe Näherung für Kleinbild (Zerstreuungskreis 0,03 mm) gilt: Schärfentiefe ≈ 2 · Blendenzahl · Zerstreuungskreis · Entfernung² / Brennweite². Bei 800 mm, f/6,3 und 30 m Abstand ergibt das etwa 0,5 m. Ein Tier, das schräg zur Kamera steht, ist deshalb nur zum Teil scharf. Die Schärfe sollte auf das Auge gelegt werden.

Bei so kleinem Schärfebereich wird der Autofokus zum Engpass. Kleine Fokusfelder oder eine Motivverfolgung helfen, das Auge zu treffen. Ein Fokusbegrenzer, falls vorhanden, verhindert langes Pumpen über den ganzen Entfernungsbereich. Bei Dunst und wenig Kontrast kann der Autofokus unsicher werden, dann ist manuelles Scharfstellen mit Vergrößerung im Live-View die Alternative.

Luft, Dunst und Hitzeflimmern

Bei 800 mm begrenzt häufig die Atmosphäre die Bildschärfe, nicht das Glas. Über warmen Flächen entsteht Hitzeflimmern, das feine Details verschmiert. Bei großen Entfernungen mindern Dunst und Staub in der Luft den Kontrast. Am frühen Morgen und über kühlen Gewässern ist die Luft meist ruhiger. Wer bei 800 mm einen Berg auf 20 km Entfernung fotografiert, kämpft eher gegen Dunst als gegen die Optik. Eine Gegenlichtblende hilft gegen Streulicht; gegen Dunst hilft sie nicht.

Stativ, Gimbal und Handhaltung

Superteles sind schwer, und das Gewicht sitzt weit vor der Kamera. Aus der Hand sind kurze Einsätze möglich, über Stunden ermüdet der Arm, und die Haltung wird unruhig. Ein Stativ mit Gimbal- oder Neigekopf trägt das Gewicht, ein Einbeinstativ bietet einen guten Mittelweg. Das Objektiv gehört mit der Stativschelle an den Kopf, nicht das Kamerabajonett. Auf dem Stativ lösen Sie über Fernauslöser oder Selbstauslöser aus, damit der Finger keine Erschütterung weitergibt. Welcher Stativkopf zu Ihrer Ausrüstung passt, richtet sich nach dem Gesamtgewicht, das auch das Zubehör umfasst.

Telekonverter bei 800 mm

Ein Telekonverter verlängert die Brennweite weiter: Mit 1,4× werden aus 800 mm rund 1120 mm, mit 2× rund 1600 mm. Er kostet eine beziehungsweise zwei Blendenstufen. Aus f/6,3 werden so f/9 und f/13. Viele Kameras brauchen für den Autofokus eine Mindestöffnung; welche Kombinationen noch fokussieren, geben die Hersteller an. Bei kleinen Öffnungen und großer Brennweite sinkt außerdem die Auflösungsgrenze durch Beugung, und Luftflimmern wird stärker vergrößert. Ob ein Konverter an ein bestimmtes Objektiv passt, bestimmt allein Nikon.

Motive für 800 mm

  • Tiere: Scheue Arten lassen sich aus großer Entfernung fotografieren, ohne dass das Tier gestört wird. Das ist auch ein Beitrag zum Tierschutz.
  • Sport und Veranstaltungen: Aus weiter Entfernung lassen sich Details herausholen, die Standorte sind aber begrenzt, und bei Dämmerung fehlt Licht.
  • Mond und Himmel: Der Mond füllt bei 800 mm einen Teil des Bildes. Wichtig ist der Sicherheitshinweis: Richten Sie ein Teleobjektiv niemals ohne einen dafür zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne. Das gilt auch für den Blick durch den Sucher.
  • Landschaftsdetails: Weit entfernte Berge und Küstenlinien rücken gestaffelt zusammen, was die Tiefe optisch zusammendrückt.

Reichweite aus dem Sensor: Ausschnitt statt Brennweite

Eine Alternative zu 800 mm ist ein kürzeres Objektiv, dessen Bild nachträglich beschnitten wird. Hochauflösende Sensoren machen das möglich, doch der Ausschnitt verliert Pixel und damit Detailreserve. Die Perspektive ändert der Beschnitt dagegen nicht: Sie hängt vom Aufnahmestandort ab, nicht von der Brennweite. Wer häufig mit sehr engen Ausschnitten arbeitet, fährt mit mehr Brennweite im Objektiv besser; wer nur gelegentlich Reichweite braucht, kommt mit Zoom, Konverter oder Beschnitt oft zurecht.

Einstellungen im Alltag

Bei beweglichen Motiven sollten Sie die Verschlusszeit selbst vorgeben, etwa 1/1600 s, weil eine Blendenvorwahl bei kleinen Öffnungen leicht zu lange Zeiten ergibt. Die Anpassung übernimmt dann der ISO-Wert, mit einer Obergrenze, die zu Ihrem Rauschempfinden passt. Serienbilder füllen den Pufferspeicher schnell, eine schnelle Speicherkarte hilft dabei. Fotografieren Sie im RAW-Format, wenn Sie später Dunst und Kontrast anpassen möchten.

Kamera, Bajonett und Auswahl

Nikon-Objektive gibt es mit F-Bajonett für DSLR und Z-Bajonett für spiegellose Kameras. Ein Objektiv passt nur an das eigene Bajonett oder über einen vom Hersteller freigegebenen Adapter. Prüfen Sie, welche Funktionen über den Adapter erhalten bleiben. Danach folgt die Frage des Einsatzes: Wer selten Reichweite braucht, leiht ein Supertele besser aus. Lesen Sie die Herstellerangaben und unabhängige Tests, bevor Sie sich festlegen.

Pflege und Schutz

Reinigen Sie die Frontlinse nur mit Blasebalg und weichem Mikrofasertuch, und tragen Sie Dreck zuerst ab, damit nichts über das Glas schleift. Bei Temperaturwechseln lassen Sie das Objektiv in der geschlossenen Tasche akklimatisieren, damit sich kein Kondenswasser bildet. Ein Schutz gegen Regen und Staub kann sinnvoll sein; wie weit ein Objektiv abgedichtet ist, nennt der Hersteller. Die Gegenlichtblende schützt zugleich die Frontlinse vor Stößen.

Genannte Objektive

Objektive, die dieser Beitrag behandelt:

Festbrennweiten

  • NIKKOR Z 800 mm 1:6,3 VR S

Kurz gesagt

  • 800 mm ergeben an FX rund 3° Bildwinkel, an DX die Bildwirkung von etwa 1200 mm.
  • Die Öffnung bleibt meist klein, weil Lichtstärke bei dieser Brennweite sehr große Linsen verlangt.
  • Der Stabilisator hilft gegen Verwackeln, nicht gegen Bewegung des Motivs; Luftflimmern bleibt ein Limit.
  • Telekonverter verlängern auf 1120 oder 1600 mm und kosten eine beziehungsweise zwei Blendenstufen.
  • Auf die Sonne zeigt ein Teleobjektiv nie ohne zugelassenen Sonnenfilter.

Häufige Fragen zu 800-mm-Teleobjektiven für Nikon

Was bringt ein 800-mm-Teleobjektiv?

Es bildet entfernte Motive sehr groß ab. An FX liegt der Bildwinkel bei rund 3°, in 50 m Entfernung passen etwa 2,25 m Breite ins Bild. Dafür sind Gewicht, Preisklasse und Anforderungen an Stativ und Technik hoch.

Wie hilft der Bildstabilisator bei 800 mm?

Er verringert Verwackeln der Kamera und verbessert die Chance auf scharfe Aufnahmen aus der Hand. Die Bewegung des Motivs gleicht er nicht aus. Wie viele Stufen er ausgleicht, nennt der Hersteller.

Lassen sich Telekonverter an 800-mm-Objektiven nutzen?

Ob ein Konverter passt, legt der Hersteller fest. Rechnerisch ergeben 1,4× rund 1120 mm und 2× rund 1600 mm, mit einer beziehungsweise zwei Blendenstufen weniger Licht. Der Autofokus kann bei kleinen Öffnungen eingeschränkt sein.

Wofür eignen sich 800-mm-Teleobjektive?

Für scheue Tiere, Sport aus großer Entfernung, den Mond und weit entfernte Landschaftsdetails. Bei der Sonne gilt: ein Teleobjektiv nie ohne zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne richten.

Wie pflege ich ein Supertele?

Staub mit dem Blasebalg entfernen, die Frontlinse mit weichem Mikrofasertuch reinigen, Kondenswasser durch langsames Angleichen der Temperatur vermeiden und Bajonett sowie Linse beim Wechsel abdecken.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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