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Teleobjektiv

Kauftipps Redaktion Teleobjektiv · Stand

Teleobjektive für die Canon EOS 90D: Auswahl nach Einsatz

Inhalt 16 Abschnitte

Welche Objektive zur 90D passen

Die Canon EOS 90D ist eine Spiegelreflexkamera mit APS-C-Sensor und EF-Bajonett. An dieses Bajonett passen Objektive der Systeme EF und EF-S, soweit Canon sie dafür freigibt; die genaue Angabe finden Sie in den Herstellerunterlagen. Tamron und Sigma bieten Teleobjektive für den EF-Anschluss, der im Produkttitel genannt wird.

Ein häufiger Irrtum betrifft das RF-Bajonett. Objektive für Canons spiegellose RF-Kameras lassen sich an einer Spiegelreflexkamera wie der 90D nicht anbringen. Ein Adapter von RF auf EF existiert nicht, es gibt ihn nur in der Gegenrichtung für EF-Objektive an RF-Kameras. Teleobjektive mit RF-Anschluss kommen für die 90D also nicht in Frage.

Crop-Faktor 1,6: Brennweite und Bildwinkel

Der Sensor der 90D ist kleiner als das Kleinbildformat. Der Crop-Faktor beträgt bei Canon etwa 1,6. Er ändert nicht die Brennweite des Objektivs, sondern den Bildwinkel: Die Kamera zeigt einen engeren Ausschnitt. Die kleinbildäquivalente Brennweite ergibt sich aus Brennweite mal 1,6.

Ein paar Beispiele: Ein 200-mm-Objektiv entspricht etwa 320 mm, ein 300-mm-Objektiv etwa 480 mm und ein 400-mm-Objektiv etwa 640 mm. Bei einem 600-mm-Objektiv sind es rund 960 mm. Das bringt Tiere und Sportler näher heran, verlangt aber auch ruhigere Hände und kürzere Verschlusszeiten, weil jede Bewegung im Bild stärker ausfällt.

Gattungen im Überblick

GattungBrennweiteKleinbildäquivalent an der 90DTypischer Einsatz
Standard-Telezoom, lichtstark70-200 mm, f/2.8112-320 mmSport in Hallen, Porträt, Veranstaltungen
Standard-Telezoom, kompakt70-200 mm oder 70-210 mm, f/4112-336 mmReise, Natur, Porträt
Allround-Telezoom70-300 mm112-480 mmAlltag, Tiere, Landschaftsdetails
Großes Telezoom100-400 mm160-640 mmWildlife, Sport im Freien
Superzoom150-600 mm240-960 mmVögel, scheue Tiere

Einen ausführlichen Überblick über die Aufgaben der einzelnen Bereiche gibt der Beitrag zu Brennweiten und Einsatzzwecken.

Lichtstärke und Schärfentiefe

Die Lichtstärke wird als Blendenzahl angegeben: Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht trifft den Sensor. Zwischen f/2.8 und f/5.6 liegen zwei Blendenstufen. Ein f/2.8-Objektiv erlaubt bei gleichem ISO-Wert eine viermal kürzere Verschlusszeit als ein f/5.6-Objektiv. Das hilft bei Sport in Hallen, in der Dämmerung und im Wald.

Telezooms mit weitem Brennweitenbereich sind meist mit zwei Werten angegeben, etwa f/4.5-5.6. Der erste Wert gilt am kurzen, der zweite am langen Ende. Konstante Offenblenden wie f/2.8 oder f/4 sind in der Regel größeren und teureren Objektiven vorbehalten. Zugleich entscheidet die Blende über die Schärfentiefe: Sie sinkt mit offener Blende, langer Brennweite und kurzer Entfernung. Das erzeugt weiche Hintergründe, macht die Schärfe aber auch schwerer zu treffen. Eine ausführliche Erklärung bietet der Beitrag zu Lichtstärke, Schärfentiefe und Bokeh.

Bildstabilisierung und Verschlusszeit

Die 90D stabilisiert das Bild nicht im Gehäuse. Wer aus der Hand mit langen Brennweiten arbeitet, braucht deshalb einen Stabilisator im Objektiv. Er heißt bei Canon IS, bei Sigma OS und bei Tamron VC. Er gleicht Verwackeln aus, also die Bewegung der Kamera in Ihrer Hand. Er gleicht nicht die Bewegung des Motivs aus: Ein startender Vogel bleibt auch mit Stabilisator unscharf, wenn die Verschlusszeit zu lang ist.

Als Faustregel gilt ohne Stabilisator eine Verschlusszeit von höchstens 1/(äquivalente Brennweite). Bei 300 mm an der 90D sind das etwa 1/500 s. Mit Stabilisator darf die Zeit länger werden, wie viel, hängt vom Objektiv und von Ihrer Ruhe ab. Für bewegte Motive wählen Sie die Zeit unabhängig davon kurz genug, oft 1/1000 s und weniger. Auf einem Stativ sollten Sie den Stabilisator laut Herstellerangabe ausschalten, wenn dies empfohlen wird.

Autofokus, Motoren und Nachführung

Teleobjektive bewegen große Linsengruppen. Die Hersteller bezeichnen die dafür eingesetzten Motoren unterschiedlich: Ultraschallmotoren heißen bei Canon USM, bei Sigma HSM und bei Tamron USD. Schrittmotoren wie STM arbeiten leiser und eignen sich besonders für Videoaufnahmen mit Autofokus. Entscheidend für Sport und Tiere ist, wie gut die Kamera dem Motiv folgt. Die 90D bietet dafür einen Nachführ-Modus, den Canon als Servo-AF bezeichnet.

Bei schwachem Licht und langen Brennweiten ist der Fokus schwerer zu treffen. Viele Fotografen schalten dann auf feinere Messfelder um oder nutzen bei ruhigen Motiven die Live-View-Vergrößerung zur manuellen Kontrolle. Manuelles Fokussieren per Ring ist bei vielen Teleobjektiven jederzeit möglich; ob ein Objektiv den Eingriff ohne Umschalten erlaubt, steht in den Herstellerangaben.

Teleobjektive beim Filmen

Auch für Videoaufnahmen sind Teleobjektive nützlich, etwa für Tiere oder Sport aus der Distanz. Hier kommt es auf einen leisen Autofokus an, denn das Mikrofon der Kamera nimmt Motorgeräusche auf. Ein Stabilisator glättet Handbewegungen, ersetzt bei langen Brennweiten aber kein Stativ. Ein Videokopf mit Fluid-Dämpfung erlaubt gleichmäßige Schwenks, weil sich schon kleine Bewegungen bei langer Brennweite stark vergrößern.

Telekonverter und Zubehör

Ein Telekonverter verlängert die Brennweite, kostet aber Lichtstärke. Ein 1,4-fach-Konverter nimmt eine Blendenstufe, ein 2-fach-Konverter zwei. Ein 300-mm-Objektiv mit f/4 wird so zu 420 mm mit f/5.6 oder zu 600 mm mit f/8. Mit kleinerer Offenblende kann der Autofokus langsamer werden oder ganz aussetzen; welche Kombination Canon freigibt, nennt der Hersteller. Mehr dazu unter Telekonverter.

Zum sinnvollen Zubehör zählen ein Stativ oder Einbeinstativ, ein Gimbal-Kopf bei schweren Objektiven, eine Stativschelle, Gegenlichtblende, Schutzfilter und eine gepolsterte Tasche. Wer den Himmel fotografiert, richtet ein Teleobjektiv nie ohne geeigneten, dafür zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne.

Einsatzgebiete nach Motiv

  • Tierfotografie: ab 300 mm, für scheue Arten 400 bis 600 mm. Lichtstärke ist hier weniger wichtig als Reichweite und Autofokus.
  • Sport: In der Halle zählt Lichtstärke, im Freien Reichweite. In beiden Fällen entscheidet die kurze Verschlusszeit.
  • Porträt: 85 mm, 135 mm oder ein 70-200-mm-Zoom; die Hintergrundunschärfe entsteht durch offene Blende und Abstand.
  • Landschaft: Teleobjektive isolieren ferne Details und verdichten Ebenen, eine Wirkung, die Weitwinkelobjektive nicht zeigen.
  • Veranstaltungen: Mit Tele halten Sie Abstand und stören nicht; bei Konzerten und Bühnen kommt es auf Lichtstärke an.
  • Nahaufnahmen: Manche Telezooms haben eine Makrostufe von 1:2, das heißt halbe Lebensgröße. Echte Makroobjektive bieten mehr.

Einstellungen und Haltung für scharfe Telebilder

Auch das beste Objektiv liefert nur dann scharfe Bilder, wenn die Aufnahmetechnik stimmt. Stehen Sie fest, stützen Sie den linken Ellbogen an den Körper und halten Sie das Objektiv von unten. Atmen Sie vor dem Auslösen aus und drücken Sie den Auslöser weich. Bei langsamen Motiven hilft ein Einbeinstativ, das einen Teil des Gewichts trägt.

Wählen Sie die Verschlusszeit zuerst: Für Sport und Tiere in Bewegung sind es oft 1/1000 s und kürzer, für ruhige Motive genügt die Faustregel mit der äquivalenten Brennweite. Die Blende stellen Sie so ein, dass Sie genug Schärfentiefe für das Motiv haben, aber noch kurze Zeiten behalten. Den ISO-Wert erhöhen Sie lieber, als eine zu lange Zeit zu riskieren: Ein leicht rauschendes Bild lässt sich oft retten, ein verwackeltes nicht. Mit Serienbildern erhöhen Sie bei Bewegung die Trefferquote.

Vor dem Kauf prüfen

Eine Auswahl gelingt am besten in vier Schritten. Legen Sie erst das Motiv und die nötige Reichweite fest und rechnen Sie die Brennweite mit 1,6 auf den Bildausschnitt um. Prüfen Sie dann den Anschluss: EF oder EF-S, nicht RF. Wägen Sie anschließend Lichtstärke und Gewicht ab, denn beides hängt zusammen. Zuletzt sehen Sie sich die Herstellerangaben zu Stabilisator, Naheinstellgrenze, Filtergewinde und Abdichtung an, statt sich auf pauschale Lobeshymnen zu verlassen.

Zum Vergleichen helfen unabhängige Testberichte von Fachmedien, die Messwerte zu Schärfe und Autofokus nennen. Noch aufschlussreicher ist das Ausleihen im Fotohandel oder bei einem Verleih. Zwei bis drei Tage mit Ihrer eigenen Kamera zeigen, ob Gewicht, Fokus und Bildwirkung zu Ihrer Art zu fotografieren passen.

Marken und Preisklassen einordnen

Objektive von Canon, Sigma und Tamron decken ähnliche Brennweitenbereiche ab. Unterschiede liegen in Bauweise, Autofokus, Gewicht und Preisklasse. Canon kennzeichnet seine hochwertigen Profi-Objektive mit dem Buchstaben L, sie zählen zur Oberklasse. Telezooms der Einsteigerklasse arbeiten meist mit variabler Blende, kleinerem Gehäuse und einfacherer Abdichtung. Die Mittelklasse bietet oft schnelleren Fokus und einen wirksameren Stabilisator.

Welche Klasse angemessen ist, hängt davon ab, wie oft und unter welchen Bedingungen Sie fotografieren. Wer überwiegend bei Tageslicht und nur gelegentlich Action aufnimmt, braucht keine Oberklasse. Für den Beruf oder häufige Einsätze bei schlechtem Licht lohnt sie sich eher. Unabhängige Tests der Objektive und die Herstellerdaten helfen bei der Entscheidung; ein Ausleihen vor dem Kauf zeigt, ob Gewicht und Handhabung passen.

Bildqualität realistisch einschätzen

Schärfe, Kontrast, Farbwiedergabe, Verzeichnung und chromatische Aberration prägen die Bildqualität. Die Randschärfe fällt bei vielen Zooms mit offener Blende schwächer aus und bessert sich beim Abblenden. Sonderlinsen aus ED-, APO- oder Fluoritglas, die die Hersteller angeben, verringern Farbsäume. Wie scharf ein einzelnes Exemplar tatsächlich abbildet, hängt außerdem von Fokussierung, Verschlusszeit und Aufnahmetechnik ab. Pauschale Urteile wie „messerscharf“ sind deshalb ohne Messung wenig aussagekräftig.

Genannte Objektive

Objektive, die dieser Beitrag behandelt:

Zoomobjektive

  • Canon EF 70-200mm f/2.8L IS III USM
  • Tamron 70-210mm f/4 Di VC USD
  • Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM
  • Sigma 100-400mm f/5-6.3 DG OS HSM
  • Tamron 150-600mm f/5-6.3 Di VC USD G2

Kurz gesagt

  • An die 90D passen EF- und EF-S-Objektive, RF-Objektive nicht.
  • Der Crop-Faktor 1,6 verlängert die Bildwirkung der Brennweite, nicht die Brennweite selbst.
  • Ein Stabilisator im Objektiv hilft gegen Verwackeln, nicht gegen bewegte Motive.
  • Lichtstärke kostet Gewicht und Preisklasse, Reichweite kostet Lichtstärke.
  • Nehmen Sie das Objektiv vor dem Kauf in die Hand oder leihen Sie es.

Häufige Fragen zu Teleobjektiven für die 90D

Welche Teleobjektive passen an die Canon EOS 90D?

Die 90D nimmt Objektive mit EF- und EF-S-Bajonett auf, auch von Sigma und Tamron, wenn der Anschluss im Produkttitel genannt ist. RF-Objektive passen nicht, die Herstellerangaben zählen.

Brauche ich bei der 90D ein Objektiv mit Bildstabilisator?

Für Aufnahmen aus der Hand bei langen Brennweiten ist er sehr hilfreich, denn die 90D stabilisiert nicht im Gehäuse. Er hilft gegen Verwackeln, nicht gegen die Bewegung des Motivs.

Teurere Objektive sind immer die bessere Wahl?

Nicht zwingend. Höhere Preisklassen bieten oft mehr Lichtstärke, robustere Bauweise und schnelleren Fokus. Für Tageslicht und gelegentliche Nutzung reichen Objektive der Einsteiger- oder Mittelklasse oft aus.

Wie beeinflusst die Blende ein Teleobjektiv?

Eine offene Blende wie f/2.8 lässt mehr Licht herein, erlaubt kürzere Verschlusszeiten und erzeugt weichere Hintergründe. Zugleich nimmt die Schärfentiefe ab, die Schärfe ist schwerer zu treffen.

Welche Brennweite eignet sich für Sportfotografie?

In Hallen eignet sich ein 70-200-mm-Objektiv mit f/2.8, im Freien meist 100-400 mm oder länger. Entscheidend sind außerdem kurze Verschlusszeiten und zuverlässige Nachführung.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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