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Teleobjektiv

Kauftipps Redaktion Teleobjektiv · Stand

Kompatible Teleobjektive für Canon-Kameras: Bajonett und Auswahl

Inhalt 19 Abschnitte

Kompatibilität bei Canon: erst das Bajonett klären

Ob ein Teleobjektiv zu einer Canon-Kamera passt, entscheidet zuerst das Bajonett. Canon nutzt mehrere Systeme, die nicht beliebig untereinander austauschbar sind. Bevor es um Brennweite, Lichtstärke oder Gewicht geht, sollten Sie deshalb wissen, welches Bajonett Ihre Kamera hat. Das steht in der Anleitung und in den Herstellerangaben.

Die für Teleobjektive wichtigsten Systeme sind:

  • EF: das Bajonett der Spiegelreflexkameras mit Vollformat- und APS-C-Sensor. EF-Objektive sind für den Vollformatkreis gerechnet.
  • EF-S: eine Variante für Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensor. EF-S-Objektive sind für den kleineren Bildkreis gebaut. Ob sie an einer Vollformatkamera nutzbar sind, regelt der Hersteller; in der Regel ist das nicht vorgesehen.
  • RF: das Bajonett der spiegellosen Canon-Systemkameras. RF-Objektive lassen sich nicht an Spiegelreflexkameras mit EF-Bajonett verwenden.
  • EF-M: ein eigenes, kleineres System der Canon-Kameras ohne Spiegel. Es ist weder mit EF noch mit RF direkt austauschbar.

Objektive eines anderen Bajonetts lassen sich nur über einen Adapter anbringen, und auch das nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich vorsieht. Verlassen Sie sich nicht auf Händlerangaben oder Erfahrungsberichte, sondern lesen Sie die Kompatibilitätsangaben von Canon und, bei Fremdobjektiven, des jeweiligen Herstellers.

Objektive für Spiegelreflexkameras mit EF-Bajonett

Für EF gibt es über viele Jahre gewachsene Auswahl: Telezooms im Bereich 70-200 mm, 70-300 mm und 100-400 mm, lange Zooms um 150-600 mm von Fremdherstellern und lange Festbrennweiten. Gebrauchte Objektive sind verbreitet. Prüfen Sie dann besonders sorgfältig, ob Bajonett und Zustand stimmen.

An einer Spiegelreflexkamera mit APS-C-Sensor gilt der Crop-Faktor von etwa 1,6 bei Canon. Die Brennweite des Objektivs bleibt dabei gleich, doch der Bildwinkel wird enger, als wäre es ein Objektiv mit 1,6-facher Brennweite am Vollformat. Zwei Beispiele:

  • Ein 70-300-mm-Zoom entspricht an Canon APS-C etwa 112-480 mm Kleinbild.
  • Ein 200-mm-Objektiv entspricht an Canon APS-C etwa 320 mm Kleinbild.

Für Tier- und Sportfotos ist dieser Zugewinn an Reichweite willkommen. Dafür ist die Lichtstärke nicht höher, und das Rauschen bei wenig Licht kann an kleineren Sensoren größer ausfallen.

Objektive für spiegellose Kameras mit RF-Bajonett

Das RF-Bajonett bietet einen kürzeren Abstand zwischen Objektiv und Sensor. Das erleichtert den Bau kompakter und lichtstarker Teleobjektive. Typische RF-Gattungen sind Telezooms wie 70-200 mm, 100-400 mm und 100-500 mm sowie Festbrennweiten mit sehr kleiner Anfangsöffnung, die dafür klein und leicht bleiben.

Wer von EF auf RF wechselt, kann nach den Herstellerangaben Objektive mit EF-Bajonett über einen von Canon vorgesehenen Adapter weiterverwenden. Welche Funktionen dabei erhalten bleiben, etwa Autofokus und Stabilisierung, nennt der Hersteller. Eine pauschale Zusage ist nicht möglich.

Fremdhersteller und eigene Linien

Neben Canon bieten andere Hersteller wie Sigma und Tamron Teleobjektive für Canon-Bajonette an, und zwar jeweils in Versionen für ein bestimmtes Bajonett. Dieselbe Bezeichnung kann also als EF-Variante und als RF-Variante existieren. Achten Sie auf diese Angaben im Produkttitel und in den Herstellerinformationen.

Canon kennzeichnet seine hochwertigsten Objektive mit einem roten Ring und dem Buchstaben L. Sie sind meist robuster gebaut, oft wetterfest und lichtstark, aber auch größer und schwerer. Fremdhersteller bieten ähnliche Brennweiten häufig in anderer Preisklasse an. Was im Einzelfall besser zu Ihnen passt, hängt vom Einsatz ab, nicht vom Markennamen.

Lichtstärke: die Gattungen im Vergleich

Die größte Anfangsöffnung eines Teleobjektivs bestimmt, wie viel Licht den Sensor erreicht. Mehr dazu erklärt der Beitrag Lichtstärke, Schärfentiefe und Bokeh. Für die Auswahl lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

  • Lichtstarke Telezooms mit konstanter Blende (etwa f/2.8 im Bereich 70-200 mm): gut bei wenig Licht, kurzen Verschlusszeiten und Freistellung, aber größer und schwerer. Sie gehören zur Oberklasse.
  • Telezooms mit veränderlicher Blende (etwa f/4-5.6 bei 70-300 mm): leichter und günstiger, bei langer Brennweite aber auf gutes Licht angewiesen. Das ist die verbreitete Mittel- und Einsteigerklasse.
  • Lange Zooms und Festbrennweiten mit kleiner Öffnung: viel Reichweite, aber nur bei hellem Licht gut nutzbar.

Zoom oder Festbrennweite

Ein Zoom deckt einen Brennweitenbereich ab und erlaubt, den Bildausschnitt vom Standort aus zu verändern. Das ist bei Tieren und Sport wertvoll, weil Sie die Position selten frei wählen können. Eine Festbrennweite ist optisch einfacher aufgebaut. Bei gleicher Lichtstärke fällt sie oft kleiner und leichter aus, und die Freistellung gelingt leichter. Dafür müssen Sie den Ausschnitt durch Ihren Standort bestimmen.

Als Faustregel für die Entscheidung: Wer flexibel auf wechselnde Motive reagieren muss, greift zum Zoom. Wer ein festes Motiv hat, etwa Porträts oder ein bestimmtes Sportereignis aus festem Standort, kann mit einer Festbrennweite Gewicht sparen.

Bildstabilisierung bei Canon

Canon bezeichnet seine Objektivstabilisierung als IS (Image Stabilizer). Sie hilft gegen Verwackeln bei Handaufnahmen und erlaubt längere Verschlusszeiten, als es die Faustregel 1/(äquivalente Brennweite) ohne Stabilisator zulässt. Bei einem 300-mm-Objektiv an Canon APS-C entspricht das 480 mm Kleinbild, also etwa 1/500 Sekunde als Richtwert ohne Stabilisierung. Gegen die Bewegungsunschärfe eines schnellen Motivs hilft der Stabilisator nicht. Dafür braucht es eine kurze Verschlusszeit.

Einige spiegellose Canon-Kameras haben zusätzlich einen Stabilisator im Gehäuse. Wie beide Systeme zusammenarbeiten, steht in den Herstellerangaben der Kamera und des Objektivs.

Autofokus und Antriebe

Canon verwendet für seine Fokusantriebe Kürzel wie USM (Ultraschallmotor) und STM (Schrittmotor). Antriebe dieser Art unterscheiden sich in Tempo, Geräusch und Eignung für Video. Schrittmotoren arbeiten meist besonders leise, was bei Filmaufnahmen vorteilhaft ist. Welcher Antrieb in welchem Objektiv steckt, geben die Herstellerangaben an. Pauschal gilt: Für bewegte Motive zählt ein schneller, zuverlässiger Antrieb mehr als zusätzliche Brennweite.

Bei Fremdherstellern hängt die Autofokusleistung vom Zusammenspiel mit der Kamera ab. Aktualisierte Firmware kann dabei eine Rolle spielen. Auch diese Information liefert der Hersteller des Objektivs.

Welches Objektiv für welches Motiv

  • Tierfotografie: Hier zählt Reichweite. Zooms im Bereich 100-400 mm und darüber sind gängig. Bei Vögeln und scheuen Tieren bringen lange Brennweiten den nötigen Abstand.
  • Sport: Gefragt sind schneller Autofokus und kurze Verschlusszeiten. Ein lichtstarkes 70-200-mm-Zoom ist die klassische Wahl in Hallen und bei schwachem Licht, im Freien reichen oft lichtschwächere Zooms.
  • Porträt: Brennweiten um 85 bis 135 mm und Telezooms im unteren Bereich sorgen für angenehmen Abstand und schmeichelnde Perspektive.
  • Landschaft und Reise: Ein leichter Telezoom oder ein Reisezoom, der bis in den Telebereich reicht, ist unterwegs praktischer als ein schweres Objektiv.

Gewicht und Handhabung

Ein Teleobjektiv, das im Schaufenster überzeugt, kann nach einer Stunde Handhaltung zur Last werden. Gewicht und Schwerpunkt entscheiden, wie lange Sie ohne Stativ arbeiten können. Lichtstarke Telezooms sind schwerer als lichtschwächere Varianten, kompakte Festbrennweiten oft leichter als Zooms gleicher Reichweite. Prüfen Sie das Gewicht in den Herstellerangaben und halten Sie das Objektiv, wenn möglich, vor dem Kauf einmal in der Hand. Ein Handgriff am Kameragehäuse und ein breiter Tragegurt erleichtern lange Einsätze.

Videoaufnahmen mit Tele

Auch bei Filmaufnahmen zählt die Wahl des Objektivs. Ein leiser Fokusantrieb verhindert, dass der Autofokus im Ton zu hören ist. Ein gut wirksamer Stabilisator beruhigt Handaufnahmen, während der enge Bildwinkel jede Bewegung vergrößert. Bei Schwenks und Nachführungen hilft ein Stativ mit Fluidkopf oder ein Gimbal-Kopf. Wie sich der Bildwinkel verändert, zeigt die Umrechnung über den Crop-Faktor, und diese gilt für Video ebenso wie für Fotos.

Makroobjektive mit Telebrennweite

Makroobjektive um 90 bis 105 mm sind ein Sonderfall. Sie bilden bis zum Maßstab 1:1 ab und halten bei Nahaufnahmen Abstand zum Motiv, etwa zu Insekten. Ihre Brennweite liegt im leichten Telebereich, sie ersetzen aber kein Teleobjektiv für entfernte Motive. Ihre Stärke ist die Nahgrenze, nicht die Reichweite.

Typische Fehlgriffe bei der Auswahl

  • Es wird nach Brennweite allein gekauft. Wichtiger sind Gewicht, Lichtstärke und die Frage, wie oft das Objektiv tatsächlich mitgenommen wird.
  • Die Crop-Umrechnung wird vergessen. An APS-C ist der Bildwinkel enger als erwartet, der Standort muss entsprechend weiter weg liegen.
  • Das Bajonett wird verwechselt, etwa EF mit EF-S oder EF mit RF.
  • Ein Objektiv wird nach Beispielbildern gewählt, ohne zu klären, unter welchen Lichtverhältnissen diese entstanden sind.
  • Ein Stabilisator wird als Ersatz für kurze Verschlusszeiten gesehen. Er ersetzt sie nicht, wenn sich das Motiv bewegt.

Zubehör für die Arbeit mit Tele

  • Stativ oder Einbein: Bei langen Brennweiten macht schon eine kleine Bewegung das Bild unscharf. Achten Sie auf Tragfähigkeit und Gewicht des Stativs. Bei schweren Objektiven entlastet eine Stativschelle das Kamerabajonett.
  • Polarisationsfilter: Er mindert Reflexe auf Wasser und Laub und verstärkt Farben. Er kostet etwas Licht.
  • ND-Filter: Er verlängert die Belichtungszeit bei Tageslicht, etwa für fließendes Wasser.
  • Schutzfilter: Ob er sinnvoll ist, wird kontrovers diskutiert. Die Streulichtblende schützt die Frontlinse ebenfalls vor Stößen und Streulicht.
  • Telekonverter: Er verlängert die Brennweite, kostet aber Lichtstärke: Ein 1,4-facher eine Blendenstufe, ein 2-facher zwei. Der Autofokus kann leiden. Welche Konverter zu welchem Objektiv freigegeben sind, regelt der Hersteller. Mehr dazu im Beitrag Telekonverter: was Sie wissen müssen.

Gebrauchte Objektive prüfen

Viele EF-Teleobjektive sind gebraucht verbreitet. Dann lohnt ein genauer Blick auf folgende Punkte:

  • Glas: Frontlinse und Hinterlinse sollten frei von Kratzern, Pilz und Beschlag sein. Leichter Staub im Inneren beeinträchtigt das Bild kaum, Pilz oder Schlieren dagegen deutlich.
  • Mechanik: Zoom- und Fokusring müssen gleichmäßig laufen, ohne Spiel oder Knirschen.
  • Fokus und Stabilisator: Testen Sie Autofokus und Bildstabilisator an der eigenen Kamera. Ein Stabilisator macht im Betrieb meist ein leises Geräusch, ein ungewöhnliches Klappern ist ein Warnzeichen.
  • Bajonett und Kontakte: Das Bajonett darf keine Verformungen zeigen, die Kontakte müssen sauber sein.
  • Zubehör: Streulichtblende, Deckel und eventuell die Stativschelle gehören bei langen Teleobjektiven oft dazu.

Eine Testaufnahme bei offener Blende zeigt, ob das Bild mittig und an den Rändern gleichmäßig scharf ist. Bei Fremdobjektiven sollte außerdem das passende Bajonett eindeutig angegeben sein.

Vor der Entscheidung: ansehen, ausleihen, vergleichen

Prüfen Sie zuerst die aktuellen Herstellerinformationen, etwa auf der Website von Canon Deutschland. Dort stehen Gewicht, Maße, Filtergewinde und Kompatibilität der Objektive. Unabhängige Tests anderer Redaktionen sind eine sinnvolle Ergänzung. Wer die Gelegenheit hat, leiht ein Objektiv zunächst aus oder probiert es im Fachgeschäft aus.

Weitere Kriterien für die Wahl, von der Brennweite bis zur Verarbeitung, finden Sie im Auswahlkriterien-Ratgeber.

Genannte Objektive

Objektive, die dieser Beitrag behandelt:

Zoomobjektive

  • Canon EF-S 18-200 mm f/3.5-5.6 IS
  • Tamron 18-200 mm f/3.5-6.3 Di III VC
  • Canon RF 24-240 mm f/4-6.3 IS USM
  • Canon EF-S 55-250 mm f/4-5.6 IS STM
  • Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM
  • Canon RF 70-200 mm f/2.8L IS USM
  • Canon EF 70-300 mm f/4-5.6 IS II USM
  • Canon EF 70-300 mm f/4-5.6L IS USM
  • Sigma 70-300 mm f/4-5.6 DG Macro
  • Tamron 70-300 mm f/4-5.6 Di LD Macro
  • Canon EF 75-300 mm f/4-5.6 III
  • Canon EF 100-400 mm f/4.5-5.6L IS II USM
  • Sigma 100-400 mm f/5-6.3 DG DN OS
  • Sigma 100-400 mm f/5-6.3 DG OS HSM Contemporary
  • Canon RF 100-500 mm f/4.5-7.1L IS USM
  • Tamron 150-500 mm f/5-6.7 Di III VC VXD
  • Sigma 150-600 mm f/5-6.3 DG OS HSM Contemporary
  • Tamron SP 150-600 mm f/5-6.3 Di VC USD G2

Festbrennweiten

  • Canon EF 85 mm f/1.4L IS USM
  • Canon RF 85 mm f/2 Macro IS STM
  • Canon TS-E 90 mm f/2.8
  • Tamron SP 90 mm f/2.8 Di VC USD Macro
  • Canon EF 100 mm f/2.8L Macro IS USM
  • Sigma 105 mm f/2.8 EX DG OS HSM Macro
  • Canon EF 400 mm f/2.8L IS III USM
  • Canon EF 400 mm f/5.6L USM
  • Canon RF 600 mm f/11 IS STM
  • Canon RF 800 mm f/11 IS STM

Kurz gesagt

  • Zuerst das Bajonett: EF, EF-S, RF und EF-M sind nicht beliebig austauschbar.
  • Adapter nur nach Herstellerangabe. Eine pauschale Kompatibilitätszusage gibt es nicht.
  • An Canon APS-C wirken Objektive wie das 1,6-Fache der Brennweite. Das Objektiv selbst behält seine Brennweite.
  • Lichtstärke, Gewicht und Reichweite stehen im Zielkonflikt. Das Motiv entscheidet die Gewichtung.

Häufige Fragen zu Teleobjektiven für Canon-Kameras

Woran erkenne ich, welches Bajonett meine Canon-Kamera hat?

Das steht in der Bedienungsanleitung und in den Herstellerangaben. Spiegelreflexkameras nutzen EF oder EF-S, spiegellose Canon-Systemkameras RF. Die Kompatibilität eines Objektivs bestätigt der Hersteller.

Lassen sich RF-Objektive an Spiegelreflexkameras verwenden?

Nein, RF-Objektive sind für das Bajonett spiegelloser Canon-Kameras gebaut. Umgekehrt lassen sich EF-Objektive nur über einen vom Hersteller vorgesehenen Adapter an RF-Kameras anbringen.

Wie wirkt sich der Crop-Faktor bei Canon APS-C aus?

Der Bildwinkel wird enger. Mit dem Faktor 1,6 entspricht ein 200-mm-Objektiv in der Bildwirkung etwa 320 mm am Kleinbild. Die Brennweite des Objektivs bleibt unverändert.

Welche Brennweite eignet sich für die Tierfotografie?

Das hängt von Abstand und Motiv ab. Gängig sind Zooms im Bereich 100-400 mm und darüber. Wichtig sind außerdem Gewicht, Autofokus und Stabilisierung.

Sind Teleobjektive von Fremdherstellern für Canon geeignet?

Sie werden für Canon-Bajonette angeboten, jeweils in einer Variante für ein bestimmtes Bajonett. Welche Funktionen mit welcher Kamera zusammenarbeiten, nennt der jeweilige Hersteller.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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