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Teleobjektiv

Aufnahme & Techniken Redaktion Teleobjektiv · Stand

Teleobjektiv Video: Worauf es beim Filmen ankommt

Inhalt 11 Abschnitte

Was ein Teleobjektiv beim Filmen leistet

Ein Teleobjektiv holt entfernte Motive heran, ohne dass Sie sich ihnen nähern müssen. Das ist beim Filmen von Sport, Tieren oder Veranstaltungen oft der Hauptgrund: Das Geschehen bleibt ungestört, und Sie behalten den Überblick über die Szene. Ein Beispiel ist der Sport am Wasser, etwa Surfen, bei dem man vom Strand aus nah an die Bewegung heran will.

Hinzu kommt der besondere Look. Bei langer Brennweite und weit geöffneter Blende ist die Schärfentiefe gering, der Hintergrund wird weich und das Motiv löst sich heraus. Ebenso wichtig ist die Kompression: Weil Sie weit vom Motiv entfernt stehen, wirken Vorder- und Hintergrund näher beieinander. Das kann ruhig und konzentriert wirken, etwa bei Porträts oder Landschaftsdetails. Mehr dazu, wie sich lange Brennweiten auf die Bildwirkung auswirken, steht im Beitrag Brennweite beim Filmen.

Die wichtigsten Kriterien im Überblick

KriteriumWorauf es beim Video ankommtTypischer Kompromiss
BrennweiteReichweite und Bildausschnitt passend zum Abstand wählenLängere Brennweite heißt weniger Überblick und mehr Verwacklungsrisiko
LichtstärkeKonstante Blende über den ZoombereichLichtstarke Objektive sind größer und schwerer
AutofokusLeise und ruhig nachführend, ohne PumpenNicht jede Kombination aus Kamera und Objektiv erreicht das
StabilisierungGleichmäßige Aufnahmen aus der HandErsetzt kein Stativ bei sehr langen Brennweiten
BajonettPassend zum Kamerasystem, laut HerstellerAdapter können Funktionen einschränken

Brennweite und Bildausschnitt im Video

Die Brennweite ist eine Eigenschaft des Objektivs. Sie bestimmt zusammen mit der Sensorgröße den Bildwinkel. Typische Telezooms decken etwa 70 bis 200 mm oder 100 bis 400 mm ab, Festbrennweiten wie 85 oder 135 mm den unteren Bereich. Als Faustregel gilt: Für Porträts und Interviews aus einigen Metern Abstand genügen kurze Telebrennweiten, für Sport und Tiere in größerer Entfernung sind lange Brennweiten sinnvoll. Eine Übersicht, welche Brennweite zu welchem Motiv passt, liefern die Brennweiten und Einsatzzwecke.

Kleinere Sensoren verengen den Bildwinkel. Die kleinbildäquivalente Brennweite ergibt sich aus Brennweite mal Crop-Faktor: Ein 200-mm-Objektiv zeigt an APS-C mit Faktor 1,5 den Ausschnitt von 300 mm Kleinbild, an Micro Four Thirds mit Faktor 2,0 den von 400 mm. Die Brennweite des Objektivs bleibt dabei 200 mm. Beim Filmen kommt ein zweiter Effekt hinzu: Manche Kameras beschneiden den Sensor in bestimmten Videoformaten und erzeugen so einen zusätzlichen Beschnittfaktor. Wie groß er ist, steht in den Herstellerangaben der Kamera.

Lichtstärke und konstante Blende

Eine große Blendenöffnung, etwa f/2.8, lässt viel Licht ein und eignet sich für Dämmerung und Innenräume. Sie bringt auch eine geringe Schärfentiefe mit, die beim Filmen bewegter Motive zur Herausforderung wird: Wandert das Motiv aus der Schärfeebene, wirkt es sofort unscharf. Für Szenen mit viel Bewegung bietet eine etwas kleinere Blende mehr Reserve.

Beim Zoomen während der Aufnahme zeigt sich der Unterschied zwischen Objektivbauarten. Hat ein Zoom eine konstante Blende, bleibt die Helligkeit beim Brennweitenwechsel gleich. Bei variabler Lichtstärke wird das Bild beim Heranzoomen dunkler, das fällt im Video als Helligkeitssprung auf. Wer viel zoomt, sollte darauf achten. Ein Telekonverter verlängert die Reichweite, kostet aber Licht: 1,4× eine Blendenstufe, 2× zwei Stufen.

Autofokus und manuelles Fokussieren

Beim Video zählt weniger die maximale Geschwindigkeit als ein ruhiges, zuverlässiges Nachführen. Der Fokus soll weich wandern, nicht pumpen, und der Fokusmotor sollte nicht hörbar sein, wenn die Kamera den Ton aufnimmt. Welche Motoren und Verfahren ein Objektiv nutzt, geben die Hersteller an. Ob Kamera und Objektiv zusammen gut nachführen, zeigt nur eine Probe mit dem eigenen Motiv.

Zwei Eigenheiten betreffen Telezooms im Video besonders. Erstens kann sich beim Fokussieren der Bildausschnitt leicht ändern, die sogenannte Fokusatmung. Sie fällt bei Schärfeverlagerungen auf. Zweitens wirkt die Schärfentiefe bei langer Brennweite so knapp, dass viele Filmende manuell mit Fokusring nachführen oder die Blende etwas schließen.

Verschlusszeit und ND-Filter

Für natürlich wirkende Bewegungsunschärfe wird beim Video üblicherweise eine Verschlusszeit von etwa dem Doppelten der Bildrate gewählt: 1/50 s bei 25 Bildern pro Sekunde. Bei hellem Licht führt das schnell zu Überbelichtung, wenn die Blende weit offen bleiben soll. Hier hilft ein ND-Filter, der Licht dämpft, ohne Blende oder Verschlusszeit zu ändern.

Die Verschlusszeit bestimmt, wie stark sich Bewegungen des Motivs verwischen. Eine Stabilisierung gleicht dagegen nur Kamerabewegungen aus und ändert an der Bewegungsunschärfe des Motivs nichts.

Ruhige Bilder: Stabilisierung und Haltung

Bei langen Brennweiten wird jede Bewegung der Kamera mit vergrößert. Mehrere Maßnahmen helfen, sie zu bändigen:

  • Stabilisierung im Objektiv und im Gehäuse: Viele Systeme kombinieren beides. Wie gut das zusammenwirkt, hängt von der Kombination ab; die Hersteller verwenden dafür eigene Bezeichnungen. Wird digital stabilisiert, schneidet die Kamera den Rand ab und der Bildwinkel wird enger.
  • Stativ mit Videokopf: Für Schwenks und feste Einstellungen die ruhigste Lösung. Ein Fluidkopf macht Schwenks gleichmäßig. Grundlagen zur Haltung und zu Stützen finden Sie unter Aufnahmetechniken mit dem Teleobjektiv.
  • Einbeinstativ und Schulterstütze: Entlasten bei langen Einsätzen und halten die Kamera ruhiger als freihändig.
  • Gimbal: Er glättet Bewegungen, hat aber eine Traglastgrenze. Ein schweres Teleobjektiv muss sich ausbalancieren lassen, prüfen Sie dies in den Angaben des Gimbal-Herstellers.
  • Körperhaltung: Füße schulterbreit, Ellenbogen am Körper, Kamera mit beiden Händen halten. Das fängt kleine Bewegungen ab.

Stabilisierung in der Nachbearbeitung kann Reste glätten, beschneidet das Bild aber ebenfalls.

Bajonett, Kamera und Wetter

Ein Objektiv passt nur an das richtige Bajonett oder über einen vom Hersteller freigegebenen Adapter. Das gilt unabhängig vom Sensorformat, ob Vollformat oder APS-C. Ob Autofokus und Stabilisierung an der eigenen Kamera in vollem Umfang arbeiten, steht in den Herstellerangaben, nicht in einem allgemeinen Ratgeber.

Wer an der Küste oder bei wechselndem Wetter filmt, achtet auf Dichtungen gegen Spritzwasser, Staub und Sand. Auch das ist eine Herstellerangabe. Zusätzlich helfen eine Gegenlichtblende und eine Regenhülle. Auch Gewicht und Ergonomie zählen: Ein Objektiv, das auf Dauer ermüdet, führt eher zu unruhigen Bildern.

Genannte Objektive

Objektive, die dieser Beitrag behandelt:

Zoomobjektive

  • Tamron 70-180mm f/2.8 Di III VXD
  • Sony FE 70-200mm f/2.8 GM OSS
  • Sigma 100-400mm f/5-6.3 DG DN OS
  • Sony FE 100-400mm f/4.5-5.6 GM OSS

Kurz gesagt

  • Die Brennweite richtet sich nach Abstand und Motiv. Crop-Faktor und Videobeschnitt ändern den Bildwinkel, nicht das Objektiv.
  • Konstante Blende und ruhiger, leiser Autofokus sind beim Video wichtiger als Spitzenwerte.
  • Ein ND-Filter erlaubt offene Blende bei hellem Licht, die Verschlusszeit bleibt bei etwa der doppelten Bildrate.
  • Stativ, Einbein und Stabilisierung ergänzen sich. Kompatibilität gilt nur laut Herstellerangabe.

Häufige Fragen zum Teleobjektiv beim Filmen

Welche Brennweite eignet sich für Videoaufnahmen?

Das hängt vom Abstand und vom Motiv ab. Für Porträts und Interviews genügen kurze Telebrennweiten, für Sport und Tiere in größerer Entfernung sind lange Brennweiten sinnvoll. An APS-C oder Micro Four Thirds verengt sich der Bildwinkel entsprechend dem Crop-Faktor.

Warum ist eine konstante Blende beim Zoomen wichtig?

Bei konstanter Blende bleibt die Helligkeit während des Zoomens gleich. Bei variabler Lichtstärke wird das Bild beim Heranzoomen dunkler, was im Video als Helligkeitssprung sichtbar ist.

Worauf kommt es beim Autofokus im Video an?

Auf ruhiges, gleichmäßiges Nachführen ohne Pumpen und auf einen leisen Fokusmotor, damit der Ton nicht gestört wird. Wie gut das gelingt, zeigt eine Probe mit der eigenen Kamera.

Was bringt die Bildstabilisierung beim Filmen?

Sie mildert Verwackeln der Kamera. Gegen die Bewegungsunschärfe des Motivs hilft sie nicht. Bei sehr langen Brennweiten ergänzen Stativ, Einbein oder Gimbal die Stabilisierung.

Welche Verschlusszeit wird beim Video üblicherweise gewählt?

Meist etwa das Doppelte der Bildrate, also 1/50 s bei 25 Bildern pro Sekunde. Bei hellem Licht lässt sich die Belichtung mit einem ND-Filter anpassen, ohne die Blende zu verändern.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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