Zum Inhalt springen
Teleobjektiv

Grundlagen & Optik Redaktion Teleobjektiv · Stand

Teleobjektiv auf Englisch: Fachbegriffe und Übersetzungen

Inhalt 11 Abschnitte

Ein Teleobjektiv heißt auf Englisch telephoto lens, kurz auch „tele lens“ oder einfach „telephoto“. Wer Anleitungen, Datenblätter oder Fachartikel in englischer Sprache liest, stößt auf viele weitere Fachwörter, die in der deutschen Fotosprache anders klingen oder gleich lauten. Dieser Beitrag übersetzt die wichtigsten Begriffe und erklärt, was sich technisch dahinter verbirgt.

Telephoto lens: was der Begriff bedeutet

Im engeren Sinn bezeichnet „telephoto“ eine optische Bauart: Die Linsenanordnung ist so gewählt, dass die Baulänge des Objektivs kürzer ist als seine Brennweite. Im Alltag verwendet man das Wort für alle Objektive mit langer Brennweite, die entfernte Motive größer abbilden. Für Systemkameras zählen dazu üblicherweise Brennweiten ab etwa 70 mm, bezogen auf das Kleinbildformat. Brennweiten ab etwa 300 mm werden häufig als „super telephoto“ bezeichnet, im Deutschen als Supertele.

Ein Teleobjektiv kann ein Zoomobjektiv oder eine Festbrennweite sein. Ein 70-300-mm-Zoom ist ebenso ein „telephoto zoom lens“ wie eine 400-mm-Festbrennweite ein „telephoto prime lens“. Die Gleichsetzung von Tele und fester Brennweite, die man gelegentlich liest, ist also nicht richtig.

Nicht verwechseln sollte man „telephoto lens“ mit „telescope“, dem Fernrohr, das kein Kameraobjektiv ist, und mit den „phone telephoto lens“ genannten Aufsätzen für Smartphones. Diese Vorsatzlinsen arbeiten mit der Handykamera und sind kein Ersatz für ein Wechselobjektiv. Auch die Bezeichnung „digital zoom“ meint keine optische Vergrößerung, sondern einen Bildausschnitt, der per Software aufgeblasen wird. Ein „optical zoom“ verändert dagegen die Brennweite im Objektiv und erhält die volle Auflösung des Sensors.

Die Grundlagen zu Linsen, Lichtweg und Bildentstehung finden Sie im Beitrag Grundlagen der Optik.

Die wichtigsten Begriffe im Überblick

DeutschEnglischBedeutung
Teleobjektivtelephoto lensObjektiv mit langer Brennweite
Brennweitefocal lengthObjektiveigenschaft in Millimetern
Bildwinkelangle of view, field of viewerfasster Ausschnitt der Szene
BlendeapertureÖffnung im Objektiv
Blendenzahlf-number, f-stopKehrwert der relativen Öffnung, etwa f/5.6
Lichtstärkemaximum aperture, lens speedkleinste einstellbare Blendenzahl
Schärfentiefedepth of fieldBereich, der scharf erscheint
Hintergrundunschärfebokeh, background blurCharakter unscharfer Bildbereiche
Zoomobjektivzoom lensvariable Brennweite
Festbrennweiteprime lensfeste Brennweite
Bildstabilisatorimage stabilizationgleicht Verwackeln aus
Naheinstellgrenzeminimum focus distancekleinster Fokusabstand
Streulichtblendelens hoodschützt vor seitlichem Licht
Bajonettlens mountAnschluss zur Kamera
Telekonverterteleconverter, extenderverlängert die Brennweite
Crop-Faktorcrop factorVerhältnis zum Kleinbildformat
Vollformatfull frameSensor in Kleinbildgröße

Objektivbeschriftungen lesen

Auf dem Objektivtubus stehen die wichtigsten Daten in englischer oder internationaler Schreibweise. Aus der Angabe „100-400mm 1:4.5-5.6“ liest man den Brennweitenbereich von 100 bis 400 mm und die größte Blende, die sich zwischen f/4.5 am kurzen und f/5.6 am langen Ende bewegt. Das nennt man „variable aperture“. Steht dort „70-200mm f/2.8“, bleibt die größte Blende im gesamten Bereich gleich, im Englischen „constant aperture“.

Hersteller verwenden eigene Kürzel für ihre Bildstabilisatoren. Canon schreibt IS für Image Stabilizer, Nikon VR für Vibration Reduction, Sony OSS für Optical SteadyShot, Tamron VC für Vibration Compensation und Sigma OS für Optical Stabilizer. Das Prinzip ist bei allen ähnlich, die Wirkung gibt der Hersteller in Blendenstufen an. Weitere Buchstabenkombinationen betreffen die Linsengläser (zum Beispiel ED oder APO) oder den Fokusantrieb. Was sie im Einzelnen bedeuten, steht in den Unterlagen des jeweiligen Herstellers.

Brennweite, Bildwinkel und Sensorgröße

Die „focal length“ ist die Brennweite in Millimetern. Je länger sie ist, desto enger wird der „angle of view“. Welcher Ausschnitt entsteht, hängt zusätzlich vom Sensor ab. Eine Kamera mit „APS-C sensor“ und einem „crop factor“ von etwa 1,5 zeigt mit einem 300-mm-Objektiv den Ausschnitt, den ein 450-mm-Objektiv an einer „full frame camera“ liefert. Diese Zahl heißt im Englischen „35 mm equivalent focal length“. Die Brennweite des Objektivs bleibt davon unberührt, nur der Bildwinkel wird kleiner.

Beispiele, wie Brennweiten zu Einsatzgebieten passen, sammelt der Beitrag Brennweiten und Einsatzzwecke. Die Zusammenhänge von Winkel, Format und Perspektive beschreibt Telebrennweiten und Bildwinkel.

Brennweitenklassen und Einsatzgebiete

Die englische Fachsprache unterscheidet Teleobjektive grob nach ihrer Reichweite. Die Grenzen sind nicht genormt und variieren je nach Quelle, als Orientierung am Kleinbildformat dient diese Einteilung:

  • Short telephoto (etwa 85 bis 135 mm): klassisches Porträtobjektiv. Das Gesicht erscheint natürlich proportioniert, der Hintergrund wird weich.
  • Medium telephoto (etwa 135 bis 300 mm): typischer Bereich der 70-200-mm-Zooms, verbreitet für Sport, Reportage und Veranstaltungen.
  • Long telephoto und super telephoto (ab etwa 300 mm): Reichweite für die Tierbeobachtung, Fußball im Stadion oder Flugzeuge.

Auch die Motivbereiche haben feste englische Bezeichnungen: „wildlife photography“ für Tieraufnahmen, „sports photography“ für Sport, „portrait photography“ für Porträts und „landscape photography“ für Landschaften. Gerade in Landschaften wird das Tele oft unterschätzt, weil es entfernte Strukturen isoliert und hintereinander liegende Hügelketten optisch zusammenrücken lässt.

Lichtstärke, Blende und Schärfentiefe

Die „aperture“ ist die Öffnung, durch die Licht auf den Sensor fällt. Sie wird als „f-number“ angegeben, etwa f/2.8, f/5.6 oder f/8. Eine kleine Blendenzahl bedeutet eine große Öffnung, ein „fast lens“ ist demnach lichtstark. Bei gleichem Motivabstand ergibt eine große Öffnung eine geringe „depth of field“. Das Motiv hebt sich dann stärker vom Hintergrund ab, der „bokeh“ genannte Charakter der Unschärfe wird sichtbar.

Teleobjektive sind im Vergleich zu Normalbrennweiten oft weniger lichtstark, weil große Frontlinsen schwer und teuer werden. Eine „fast telephoto lens“ mit f/2.8 gehört deshalb meist zur Oberklasse. Wie Lichtstärke, Schärfentiefe und Hintergrundunschärfe zusammenwirken, erklärt der Beitrag Lichtstärke, Schärfentiefe, Bokeh.

Stabilisierung und Verwacklungsschutz

Bei langen Brennweiten verstärken sich kleinste Bewegungen der Kamera. Die Faustregel lautet: Ohne Stabilisator sollte die „shutter speed“ höchstens 1/(äquivalente Brennweite) Sekunde betragen. Ein Stabilisator, auf Englisch „image stabilization“, gleicht Verwackeln aus und erlaubt längere Zeiten. Er hilft jedoch nicht gegen „motion blur“, also die Bewegungsunschärfe eines laufenden Tiers oder eines Sportlers. Dafür ist eine kurze Verschlusszeit nötig.

Als Stütze dienen „tripod“ (Dreibeinstativ), „monopod“ (Einbeinstativ) und „gimbal head“ für schwere Objektive. Bei Stativaufnahmen ist die Bezeichnung für die Auslösung per Kabel oder Fernbedienung „remote release“. Wie sich aus der Hand stabil fotografieren lässt, behandelt der Beitrag Aufnahmetechniken mit dem Teleobjektiv.

Zubehör auf Englisch

  • Teleconverter oder Extender: Ein 1,4-facher Konverter verlängert die Brennweite und kostet eine Blendenstufe, ein 2-facher kostet zwei Stufen. Der Autofokus kann je nach Lichtstärke leiden.
  • Lens hood: Die Streulichtblende verringert Reflexe und Geisterbilder bei Gegenlicht.
  • Polarizing filter: Der Polfilter dämpft Spiegelungen auf Wasser und Glas und vertieft Himmelsfarben, kostet aber Licht.
  • ND filter: ND steht für Neutral Density. Der Graufilter verlängert die Belichtungszeit, ohne Farben zu verändern.
  • UV filter: Bei digitalen Kameras dient er meist als Frontschutz.
  • Lens mount adapter: Adapter verbinden ein Objektiv mit einem anderen Bajonett. Ob und mit welchen Einschränkungen das möglich ist, gibt der Hersteller an.

Wichtig für die Sicherheit: Ein Teleobjektiv darf nie ohne einen dafür zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne gerichtet werden, weder beim Blick durch den Sucher noch bei der Aufnahme.

Typische Sätze in englischen Texten

Zum Üben helfen kurze Beispiele aus Datenblättern und Beschreibungen, jeweils mit Übersetzung:

  • „This lens covers a focal length range of 100 to 400 mm.“ bedeutet: Dieses Objektiv deckt Brennweiten von 100 bis 400 mm ab.
  • „The maximum aperture is f/5.6 at the long end.“ bedeutet: Die größte Blende beträgt am langen Ende f/5.6.
  • „Image stabilization allows slower shutter speeds.“ bedeutet: Der Bildstabilisator erlaubt längere Verschlusszeiten.
  • „The minimum focus distance is the closest distance at which the lens can focus.“ bedeutet: Die Naheinstellgrenze ist der kleinste Abstand, auf den das Objektiv scharfstellen kann.
  • „A smaller sensor captures a narrower angle of view.“ bedeutet: Ein kleinerer Sensor erfasst einen engeren Bildwinkel.

Kurz gesagt

  • Teleobjektiv heißt telephoto lens, ein Supertele super telephoto lens.
  • Telephoto beschreibt die Bauart und die lange Brennweite, nicht automatisch eine Festbrennweite.
  • Auf der Objektivfassung stehen Brennweitenbereich und größte Blende, hinzu kommen herstellerspezifische Kürzel.
  • Der Crop-Faktor verändert den Bildwinkel, nicht die Brennweite.

Häufige Fragen zum Teleobjektiv auf Englisch

Wie heißt Teleobjektiv auf Englisch?

Die gebräuchliche Übersetzung lautet telephoto lens. Objektive mit sehr langer Brennweite nennt man „super telephoto lens“.

Wie heißen Brennweite und Blende auf Englisch?

Die Brennweite heißt „focal length“, die Blende „aperture“. Die Blendenzahl wird als „f-number“ oder „f-stop“ bezeichnet, zum Beispiel f/5.6.

Was bedeuten IS, VR, OSS und VC?

Es sind Herstellerbezeichnungen für Bildstabilisatoren: IS bei Canon, VR bei Nikon, OSS bei Sony und VC bei Tamron. Das Grundprinzip ähnelt sich, die Angaben zur Wirkung nennt der jeweilige Hersteller.

Wie heißt der Bildwinkel auf Englisch?

Üblich sind „angle of view“ und „field of view“. Beide beschreiben den Ausschnitt, den Objektiv und Sensor zusammen erfassen.

Wie heißt ein Telekonverter auf Englisch?

„Teleconverter“ oder „extender“. Ein 1,4-facher Konverter kostet eine Blendenstufe, ein 2-facher zwei Stufen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

Mehr aus Grundlagen & Optik