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Die richtige Brennweite für Ihr Zoomobjektiv: Ratgeber
KI-generiertes Bild. Es zeigt keine reale Aufnahme und kein bestimmtes Gerät. Mehr zu unseren Bildern
Inhalt 15 Abschnitte
Was die Brennweite festlegt
Die Brennweite ist eine Eigenschaft des Objektivs und bestimmt den Bildwinkel, also den Ausschnitt der Szene, den die Kamera erfasst. Lange Brennweiten zeigen einen engen Ausschnitt und vergrößern entfernte Motive, kurze Brennweiten zeigen viel von der Umgebung. Sie legt außerdem fest, wie groß ein Motiv in einem bestimmten Abstand im Bild erscheint.
Oft heißt es, Weitwinkel „dehnen“ die Perspektive und Teleobjektive „komprimieren“ sie. Genauer gesagt entsteht die Perspektive durch den Aufnahmeabstand. Weil Sie mit langer Brennweite weiter vom Motiv entfernt stehen, rücken Vorder- und Hintergrund im Bild optisch zusammen. Das gleiche Bild lässt sich vom selben Standpunkt mit einem Weitwinkel aufnehmen und später ausschneiden, nur mit weniger Auflösung. Mehr zum Zusammenhang finden Sie auf der Seite zu Telebrennweiten und Bildwinkel.
Brennweitenbereiche im Überblick
Die Einteilung bezieht sich auf das Kleinbildformat. Die Grenzen sind fließend und werden von Herstellern unterschiedlich gezogen.
| Bereich | Bezeichnung | Typische Motive |
|---|---|---|
| unter etwa 35 mm | Weitwinkel | Landschaft, Räume, Architektur |
| um 50 mm | Normalbrennweite | Alltag, Reportage |
| etwa 70 bis 135 mm | kurzes Tele | Porträt, Detailaufnahmen |
| etwa 135 bis 300 mm | mittleres Tele | Sport, Tiere in mittlerer Distanz, Bühne |
| ab etwa 300 mm | langes Tele | Vögel, scheue Wildtiere, weit entfernte Motive |
Auf dieser Seite geht es um die Telebereiche. Typische Zoombereiche sind 70-200 mm, 70-300 mm, 100-400 mm und 150-600 mm. Wie sich die Brennweiten auf Motive verteilen, erläutert die Übersicht zu den Einsatzzwecken der Brennweiten.
Bildausschnitt berechnen
Sie können vorab ausrechnen, wie viel von der Szene aufs Bild passt. Die Breite des Bildfelds in der Entfernung des Motivs ergibt sich als Abstand mal Sensorbreite geteilt durch Brennweite. Beim Kleinbild mit 36 mm Breite gilt:
- Abstand 30 m, 200 mm: Bildfeld etwa 5,4 m breit.
- Abstand 30 m, 400 mm: Bildfeld etwa 2,7 m breit.
- Abstand 10 m, 100 mm: Bildfeld etwa 3,6 m breit.
Ein Vogel mit 30 cm Länge füllt also bei 30 m Abstand und 400 mm nur etwa ein Neuntel der Bildbreite. Soll er das Bild annähernd füllen, müsste der Abstand bei 400 mm auf etwa 3 m sinken. Solche Rechnungen zeigen schnell, ob ein Brennweitenbereich für Ihr Motiv und Ihre Entfernungen reicht.
Crop-Faktor und äquivalente Brennweite
Ein kleinerer Sensor erfasst nur einen Ausschnitt des Bildkreises, den das Objektiv liefert. Das Objektiv selbst behält seine Brennweite, der Bildwinkel wird jedoch enger. Üblich ist die Umrechnung auf das Kleinbildformat: Die äquivalente Brennweite ist die Brennweite mal Crop-Faktor. Er liegt bei APS-C etwa bei 1,5 (Canon APS-C 1,6) und bei Micro Four Thirds bei 2,0.
Ein 200-mm-Objektiv zeigt an APS-C also den Ausschnitt, den ein 300-mm-Objektiv am Kleinbild liefern würde, an Micro Four Thirds den eines 400-mm-Objektivs. Die Blendenzahl bleibt dabei unverändert, die Schärfentiefe fällt bei gleichem Bildausschnitt aber größer aus als am Kleinbild. Die Faustregel für die Verschlusszeit sollte sich ebenfalls an der äquivalenten Brennweite orientieren.
Drei Rechenbeispiele aus der Praxis
- Fußballspiel von der Tribüne: Die Spielfeldmitte liegt 40 m entfernt. Bei 200 mm am Kleinbild passen 7,2 m Breite ins Bild. An APS-C (300 mm äquivalent) sind es 4,8 m, was für einzelne Spieler besser passt.
- Reh am Waldrand: Bei 50 m Abstand und 400 mm zeigt das Bild 4,5 m Breite. Ein Reh von rund 1,2 m Länge füllt davon etwa ein Viertel.
- Porträt im Garten: Bei 5 m Abstand und 135 mm beträgt die Bildbreite etwa 1,3 m, ausreichend für ein Brustbild im Hochformat.
Die Werte sind Näherungen, weil sie die Naheinstellgrenze und Abbildungsverzerrungen ignorieren. Für eine erste Wahl genügen sie.
Welche Brennweiten Sie tatsächlich nutzen
Die Bilddaten (EXIF) speichern die verwendete Brennweite. Eine Auswertung nach einigen Monaten zeigt, ob Sie das Zoom über den ganzen Bereich nutzen oder überwiegend an einem Ende arbeiten. Liegt der Schwerpunkt dauerhaft bei kurzen oder bei langen Brennweiten, kann ein anderer Zoombereich oder eine Festbrennweite besser passen als das bisherige Objektiv.
Telezoom nach Motiv auswählen
- Porträt: Brennweiten von etwa 85 bis 135 mm geben natürliche Proportionen bei angenehmem Abstand. Ein Zoom bis 200 mm erlaubt auch engere Bildausschnitte.
- Sport und Veranstaltungen: Je nach Distanz zum Spielfeld sind 70-200 mm oder bis 300 mm üblich. Entscheidend ist neben der Brennweite die Lichtstärke, weil kurze Verschlusszeiten benötigt werden.
- Tiere: Große Säugetiere lassen sich mit 100-400 mm aus sicherer Entfernung erreichen, kleine Vögel verlangen oft 400 mm und mehr.
- Landschaftsdetails: Mit 70-300 mm lassen sich entfernte Bergkanten oder einzelne Bauwerke herausgreifen.
- Reise: Wer nur ein Objektiv mitnehmen möchte, wählt oft ein Telezoom mit großem Bereich. Der Kompromiss sind meist geringere Lichtstärke und Kompromisse in der Bildqualität an den Rändern des Bereichs.
Zoomfaktor verstehen und berechnen
Der Zoomfaktor ist das Verhältnis von längster zu kürzester Brennweite. Ein 70-300-mm-Zoom hat den Faktor 300 / 70, also etwa 4,3. Ein 100-400-mm-Zoom kommt auf 4. Der Faktor sagt nichts über die absolute Reichweite aus: Ein 70-200 mm hat einen Faktor von etwa 2,9, reicht aber nur bis 200 mm, ein 150-600 mm hat ebenfalls den Faktor 4, reicht aber bis 600 mm.
Wichtiger als der Faktor sind die Endwerte des Bereichs, die Lichtstärke und die Qualität der Abbildung. Ob ein Objektiv Ihren Anforderungen entspricht, zeigen die Herstellerangaben, nicht der Zoomfaktor allein.
Konstante oder veränderliche Lichtstärke
Bei Zoomobjektiven gibt es zwei Varianten. Bei konstanter Lichtstärke, zum Beispiel f/2,8 über den gesamten Bereich, bleibt die Belichtung beim Zoomen gleich. Bei veränderlicher Lichtstärke, etwa f/4-5,6, wird die Öffnung bei längerer Brennweite kleiner. Das spart Größe und Gewicht, kostet aber Licht am langen Ende. Die Bezeichnung auf dem Objektiv nennt beide Werte. Was die Lichtstärke für Schärfentiefe und Bokeh bedeutet, behandelt der Beitrag zu Lichtstärke, Schärfentiefe und Bokeh.
Zoom oder Festbrennweite
Ein Zoom ersetzt mehrere Festbrennweiten und erlaubt, den Ausschnitt vom Standpunkt aus zu wählen. Das ist bei Sport, Tieren und Reisen ein klarer Vorteil. Festbrennweiten sind in der Regel einfacher aufgebaut und können bei gleicher Brennweite lichtstärker oder kompakter sein. Ob sie in der Abbildung überlegen sind, hängt vom konkreten Modell ab. Eine pauschale Aussage gibt es nicht.
Verwackeln und Verschlusszeit bei langen Brennweiten
Die Faustregel besagt: Ohne Stabilisator sollte die Verschlusszeit höchstens 1/Brennweite betragen, bezogen auf die äquivalente Brennweite. Bei 300 mm Kleinbild also 1/300 s oder kürzer. Ein Bildstabilisator gleicht Bewegungen der Kamera aus, nicht die Bewegung des Motivs. Ein rennendes Tier benötigt deshalb eine kurze Verschlusszeit, egal ob stabilisiert wird oder nicht.
Bildqualität im Zoombereich
Die Abbildungsleistung eines Zooms ist nicht über den ganzen Bereich gleich. An den Enden des Bereichs und bei offener Blende fallen Randschärfe, Vignettierung und Farbsäume oft stärker aus als in der Mitte und bei etwas geschlossener Blende. Das ist eine allgemeine Tendenz, kein Urteil über ein bestimmtes Modell. Wer es genau wissen will, prüft das Objektiv mit eigenen Testaufnahmen oder liest unabhängige Messungen.
Praktische Hinweise zur Auswahl
- Legen Sie zuerst das Motiv und die übliche Entfernung fest, und rechnen Sie den nötigen Bildausschnitt.
- Prüfen Sie das Bajonett: Ein Objektiv passt nur an das passende Bajonett oder über einen vom Hersteller freigegebenen Adapter.
- Beachten Sie Gewicht und Größe. Ein Objektiv, das zu Hause bleibt, nützt nichts.
- Wenn möglich, leihen Sie ein Objektiv vor dem Kauf aus oder probieren Sie es im Fachgeschäft. Das zeigt Handhabung, Autofokus und Gewicht besser als jede Beschreibung.
- Lesen Sie die Herstellerangaben zu Naheinstellgrenze, Stabilisator und Lichtstärke.
Kurz gesagt
- Die Brennweite gehört zum Objektiv, der Bildwinkel entsteht aus Brennweite und Sensorgröße.
- Der Crop-Faktor verkleinert den Bildwinkel. Die äquivalente Brennweite ist Brennweite mal Crop-Faktor.
- Den nötigen Bereich finden Sie, indem Sie Bildausschnitt und Abstand nachrechnen.
- Zoomfaktor, Lichtstärke und Gewicht entscheiden über den Alltagsnutzen eines Telezooms mit.
Häufige Fragen zur Brennweite bei Zoomobjektiven
Was bestimmt die Brennweite in der Fotografie?
Die Brennweite bestimmt gemeinsam mit der Sensorgröße den Bildwinkel. Je länger sie ist, desto enger der Ausschnitt und desto größer erscheinen entfernte Motive.
Wie berechne ich den Zoomfaktor eines Objektivs?
Teilen Sie die längste durch die kürzeste Brennweite. Bei einem 70-300-mm-Zoom ergibt das etwa 4,3.
Welche Brennweite eignet sich für Porträts?
Meist werden Brennweiten von etwa 85 bis 135 mm verwendet, weil sie natürliche Proportionen bei angenehmem Abstand liefern. Mit einem Zoom bis 200 mm lassen sich auch engere Ausschnitte wählen.
Verändert der Crop-Faktor die Brennweite meines Objektivs?
Nein. Das Objektiv behält seine Brennweite. Der Sensor erfasst aber nur einen Ausschnitt, sodass der Bildwinkel dem eines längeren Objektivs am Kleinbild entspricht. Multiplizieren Sie die Brennweite mit dem Crop-Faktor.
Sind Zoomobjektive schlechter als Festbrennweiten?
Nicht pauschal. Zoomobjektive bieten Flexibilität, Festbrennweiten sind oft einfacher aufgebaut oder lichtstärker. Wie gut ein Objektiv abbildet, hängt vom einzelnen Modell ab.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu