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Brennweite beim Teleobjektiv: Bedeutung und Wahl
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Was die Brennweite bestimmt
Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und ist eine Eigenschaft des Objektivs. Sie legt fest, wie groß ein Motiv auf dem Sensor abgebildet wird und wie viel von der Szene ins Bild passt. Genau genommen ist sie der Abstand zwischen dem bildseitigen Hauptpunkt der Optik und dem Sensor, wenn das Objektiv auf unendlich fokussiert. Bei Teleobjektiven ist die Baulänge kürzer als die Brennweite, weil die Linsenanordnung das Licht früher bündelt.
Aus Brennweite und Sensorgröße ergibt sich der Bildwinkel. Für die Diagonale gilt: Bildwinkel = 2 · arctan(Sensordiagonale / (2 · Brennweite)). Je länger die Brennweite, desto enger ist der Winkel, und desto größer erscheint das Motiv. Am Kleinbild- oder Vollformatsensor mit einer Diagonale von rund 43 mm ergeben sich beispielhaft:
| Brennweite | Diagonaler Bildwinkel am Vollformat |
|---|---|
| 50 mm | etwa 47° |
| 85 mm | etwa 29° |
| 135 mm | etwa 18° |
| 200 mm | etwa 12° |
| 400 mm | etwa 6° |
| 600 mm | etwa 4° |
Als Teleobjektiv gilt, was deutlich enger sieht als ein Normalobjektiv um 50 mm, also grob ab 70 mm am Vollformat. Wie sich Bildwinkel und lange Brennweiten ordnen lassen, erklärt der Beitrag zu Telebrennweiten und Bildwinkel.
Welche Brennweite für welches Motiv?
Es gibt keine allgemein beste Brennweite. Entscheidend ist, wie weit das Motiv entfernt ist, wie groß es im Bild erscheinen soll und wie viel Umgebung Sie zeigen wollen. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für das Vollformat und nennt, worauf es bei jedem Bereich ankommt.
| Brennweite | Typische Motive | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 70-135 mm | Porträt, Veranstaltungen, Reportage, Details in der Nähe | Natürliche Proportionen bei angenehmem Abstand, gute Freistellung bei offener Blende |
| 135-200 mm | Sport aus mittlerer Distanz, Straße, Landschaftsausschnitte | Kompakt genug für freihändiges Arbeiten, guter Kompromiss aus Reichweite und Gewicht |
| 200-400 mm | Sportfotografie, größere Tiere, Motorsport, Naturreportagen | Kurze Verschlusszeiten, sauberes Verfolgen des Motivs |
| 400-600 mm und mehr | Vögel, scheue Wildtiere, Mond | Stabile Auflage, ausreichend Licht, geduldiges Arbeiten |
Beachten Sie bei Landschaft und Architektur, dass Tele-Brennweiten Ausschnitte statt Überblicke liefern. Das ist ein Gestaltungsmittel, kein Mangel. Eine Übersicht zu Einsatzbereichen finden Sie unter Brennweiten und Einsatzzwecke.
Abbildungsgröße und Entfernung: eine Rechnung
Wie groß ein Motiv im Bild erscheint, folgt aus einem einfachen Verhältnis. Bei Entfernungen, die viel größer sind als die Brennweite, gilt näherungsweise: Bildgröße = Motivgröße · Brennweite / Entfernung. Ein Beispiel: Ein Vogel von 20 cm Höhe sitzt 20 m entfernt. Mit 400 mm Brennweite entsteht auf dem Sensor ein Bild von 0,2 m · 400 mm / 20 m = 4 mm. Der Vollformatsensor ist 24 mm hoch, der Vogel füllt also etwa ein Sechstel der Bildhöhe. Mit 600 mm wären es 6 mm, also ein Viertel.
Aus dieser Rechnung folgen praktische Regeln:
- Verdoppeln Sie die Brennweite, wird das Motiv auf dem Sensor doppelt so groß abgebildet.
- Verdoppeln Sie die Entfernung, halbiert sich die Abbildungsgröße.
- Ein Ausschnitt in der Nachbearbeitung ersetzt Brennweite nur zum Teil, denn er kostet Auflösung.
Für scheue Tiere zählt zusätzlich der Fluchtabstand: Wie nah Sie kommen können, bestimmt die Brennweite, die Sie brauchen. Die Reichweite eines Objektivs ersetzt jedoch keine Geduld und Feldkenntnis.
Perspektive und Bildausschnitt
Die Brennweite wählt den Ausschnitt, der Standort bestimmt die Perspektive. Das wird oft vermischt. Wenn Sie mit einem langen Teleobjektiv weiter vom Motiv wegtreten, ändern sich die Größenverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund: Der Hintergrund erscheint im Verhältnis größer und näher am Motiv. Diesen Effekt nennt man auch Kompression. Er stammt vom größeren Abstand, nicht von einer besonderen Eigenschaft der Linse.
Beim Porträt spielt das eine Rolle: Aus größerem Abstand mit Tele wirken Gesichter ausgewogener als aus geringem Abstand mit Weitwinkel, bei dem Nase und Stirn überbetont werden. Für Landschaften lassen sich gestaffelte Ebenen verdichten. Ideen, wie Sie solche Mittel in Bilder umsetzen, liefern die Aufnahmetechniken.
Crop-Faktor und Sensorgröße
Die Brennweite ändert sich nicht, wenn Sie das Objektiv an eine andere Kamera setzen. Was sich ändert, ist der Bildwinkel, weil ein kleinerer Sensor nur einen Ausschnitt des Bildkreises nutzt. Um Kameras zu vergleichen, rechnet man die kleinbildäquivalente Brennweite aus: Brennweite mal Crop-Faktor.
- APS-C: etwa 1,5, bei Canon etwa 1,6.
- Micro Four Thirds: 2,0.
- Vollformat: 1,0.
Ein 200-mm-Objektiv zeigt an APS-C mit Faktor 1,5 also den Ausschnitt eines 300-mm-Objektivs am Vollformat, an Micro Four Thirds den eines 400-mm-Objektivs. Wer mit einem APS-C-Gehäuse fotografiert, kommt deshalb mit kürzeren Objektiven aus oder erreicht mit demselben Objektiv mehr Reichweite. Dafür sammelt der kleinere Sensor bei gleichem Bildausschnitt insgesamt weniger Licht, was tendenziell mehr Bildrauschen bedeutet.
Auch die Schärfentiefe verändert sich im Vergleich: Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende ist sie am kleineren Sensor größer. Das nützt, wenn ein Tier ganz scharf sein soll, und hindert, wenn der Hintergrund stark verschwimmen soll.
Verwackeln bei langen Brennweiten
Je länger die Brennweite, desto stärker wirkt jede kleine Bewegung. Als Faustregel gilt ohne Stabilisator, dass die Verschlusszeit höchstens 1/Brennweite betragen sollte, bezogen auf die äquivalente Brennweite. Bei 300 mm am Vollformat sind das rund 1/300 s, bei 200 mm an APS-C ebenfalls, weil dort 300 mm äquivalent entsprechen.
Eine Bildstabilisierung, im Objektiv oder im Kameragehäuse, erlaubt längere Zeiten. Sie gleicht aber nur Verwackeln aus, nicht die Bewegung des Motivs. Ein fliegender Vogel braucht auch mit Stabilisator eine kurze Zeit. Ein Stativ oder Monopod verbessert die Ruhe bei Brennweiten ab etwa 300 mm spürbar, und ein Fernauslöser vermeidet Erschütterungen durch den Auslöser.
Brennweitenangaben richtig lesen
Auf dem Objektiv steht die Brennweite oder bei Zooms ihr Bereich, etwa 70-200 mm. Bei Zooms nennt man das Verhältnis aus längster und kürzester Brennweite den Zoombereich; 70-200 mm entspricht knapp dem Dreifachen. Die Angabe bezieht sich immer auf das Objektiv selbst, nicht auf die Kamera. Die Kamera speichert die verwendete Brennweite in den Bilddaten. Werten Sie diese für Ihre Aufnahmen aus: Liegen die meisten am langen Ende des Zooms, zeigt das, dass Ihnen Reichweite fehlt. Liegen sie am kurzen Ende, genügt vielleicht ein kleineres Objektiv. Das ist ein guter Anhaltspunkt für die nächste Anschaffung.
Lichtstärke und Brennweite zusammen denken
Lange Brennweiten mit großer Offenblende sind schwer und groß, weil die Frontlinse mit der Brennweite wachsen muss. Deshalb sind viele Super-Telezooms nur mäßig lichtstark, etwa f/5.6 bis f/6.3 am langen Ende. Das reicht bei Tageslicht, verlangt in der Dämmerung aber höhere ISO-Werte oder längere Zeiten.
Ein Telekonverter verlängert die Brennweite zusätzlich, kostet aber Licht: 1,4-fach eine Blendenstufe, 2-fach zwei Stufen. Der Autofokus kann bei dunkleren Kombinationen langsamer arbeiten. Ob ein Konverter zu einem Objektiv passt, bestimmt der Hersteller.
Zoom oder Festbrennweite?
Zoomobjektive decken einen Brennweitenbereich ab und erlauben es, den Ausschnitt vom Standort aus zu ändern. Das ist bei Sport und Tieren hilfreich, wenn sich der Abstand ständig ändert. Festbrennweiten sind bei gleicher Brennweite oft kompakter und lichtstärker und eignen sich für Porträts oder geplante Szenen.
Beachten Sie bei Zooms die Angabe der Lichtstärke. Steht dort ein Bereich wie f/4.5-6.3, nimmt die Lichtstärke beim Heranzoomen ab. Ein Zoom mit konstanter Blende hält sie über den Bereich.
So finden Sie die passende Brennweite
- Motiv und Abstand schätzen: Wie groß ist das Motiv, und wie weit steht es typischerweise entfernt? Mit der Formel Bildgröße = Motivgröße · Brennweite / Entfernung prüfen Sie, ob die Brennweite reicht.
- Sensor berücksichtigen: Rechnen Sie bei APS-C und Micro Four Thirds mit dem Crop-Faktor auf die äquivalente Brennweite um.
- Licht einplanen: Fotografieren Sie überwiegend bei Tageslicht, genügt ein lichtschwächeres Objektiv. In Hallen oder im Wald brauchen Sie mehr Lichtstärke.
- Gewicht prüfen: Überlegen Sie, wie lange Sie das Objektiv freihändig halten oder tragen können. Ein schweres Objektiv, das zu Hause bleibt, nützt nichts.
- Ausleihen oder ausprobieren: Leihen Sie ein Objektiv vor dem Kauf aus, wenn möglich. Ob 200, 400 oder 600 mm zu Ihren Motiven passen, zeigt sich erst im Gebrauch.
- Preisklasse klären: Einsteigerklasse, Mittelklasse und Oberklasse unterscheiden sich in Lichtstärke, Abdichtung und Autofokus. Entscheiden Sie, welche dieser Eigenschaften Sie wirklich brauchen.
Kurz gesagt
- Die Brennweite gehört zum Objektiv und bestimmt zusammen mit der Sensorgröße den Bildwinkel. Der Crop-Faktor ändert den Ausschnitt, nicht das Objektiv.
- Die Abbildungsgröße wächst mit der Brennweite und sinkt mit der Entfernung. Rechnen Sie nach, bevor Sie kaufen.
- Perspektive entsteht durch den Standort. Lange Brennweiten erlauben es, weit weg zu stehen und trotzdem groß abzubilden.
- Lange Brennweiten verlangen kurze Verschlusszeiten, gute Haltung und Licht.
Häufige Fragen zur Brennweite von Teleobjektiven
Was ist die Brennweite eines Teleobjektivs?
Die Brennweite ist eine Objektiveigenschaft in Millimetern: der Abstand zwischen dem bildseitigen Hauptpunkt der Optik und dem Sensor bei Fokus auf unendlich. Sie bestimmt zusammen mit der Sensorgröße den Bildwinkel.
Wie beeinflusst die Brennweite die Bildgestaltung?
Eine längere Brennweite zeigt einen engeren Ausschnitt und bildet das Motiv größer ab. Die Perspektive hängt vom Standort ab: Wer mit langer Brennweite weiter weggeht, verdichtet die Staffelung von Vorder- und Hintergrund.
Welche Brennweite eignet sich für Porträts?
Am Vollformat sind etwa 85 bis 135 mm üblich. Sie ermöglichen einen angenehmen Abstand zum Modell und eine gute Freistellung bei offener Blende.
Wie wirkt sich der Crop-Faktor auf die Brennweite aus?
Die Brennweite des Objektivs bleibt gleich, aber der Bildwinkel wird enger. Ein 200-mm-Objektiv zeigt an APS-C mit Faktor 1,5 den Ausschnitt eines 300-mm-Objektivs am Vollformat.
Welche Brennweite brauche ich für Wildtiere?
Für Vögel und scheue Tiere sind am Vollformat oft 400 bis 600 mm üblich, für größere Tiere in mäßigem Abstand genügen häufig 200 bis 400 mm. Prüfen Sie mit der Formel Motivgröße mal Brennweite durch Entfernung, wie groß das Motiv im Bild würde.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu