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Teleobjektiv

Telebrennweiten & Bildwinkel Redaktion Teleobjektiv · Stand

Bildwinkel von Teleobjektiven: Berechnung und Wirkung

Brennweiten- und Bildwinkelrechner

Tragen Sie die Brennweite ein und wählen Sie das Sensorformat Ihrer Kamera. Der Rechner zeigt den Bildwinkel, die Kleinbild-Brennweite mit gleichem Bildwinkel und auf Wunsch den Ausschnitt in einer Entfernung. Er bewertet kein Objektiv und keine Kamera.

Eigene Sensormaße, nur bei „Eigene Maße“ (Datenblatt der Kamera):

Ergebnis für 50 mm am Format „Kleinbild / Vollformat“

Bildwinkel diagonal
46,8°
2 × arctan(Sensordiagonale 43,3 mm : (2 × 50 mm))
Bildwinkel horizontal
39,6°
mit der Sensorbreite 36,0 mm
Bildwinkel vertikal
27,0°
mit der Sensorhöhe 24,0 mm
Formatfaktor (Crop-Faktor) und Kleinbild-Brennweite mit gleichem Bildwinkel
1,00 · 50 mm
Kleinbild-Diagonale 43,3 mm : Sensordiagonale 43,3 mm; Brennweite × Formatfaktor. Die Brennweite des Objektivs bleibt 50 mm, nur der genutzte Bildausschnitt ist kleiner.

Der Bildwinkel ist ein Rechenwert aus Brennweite und Sensormaß, kein Gütezeichen. Reale Objektive weichen davon ab, etwa durch Fokussierung im Nahbereich; maßgeblich sind die Angaben des Herstellers.

Quellen dieser Angaben
Inhalt 17 Abschnitte

Was der Bildwinkel beschreibt

Der Bildwinkel gibt an, welchen Ausschnitt der Szene ein Objektiv auf dem Sensor abbildet. Er wird in Grad angegeben und hängt von zwei Größen ab: der Brennweite des Objektivs und der Größe des Sensors. Teleobjektive haben einen engen Bildwinkel, sie zeigen nur einen kleinen Teil der Szene und stellen ihn dafür groß dar. Weitwinkelobjektive arbeiten umgekehrt. Wer die Grundlagen der Optik kennt, versteht auch den Zusammenhang zwischen Bildwinkel und Perspektive besser.

Hersteller geben den Bildwinkel meist als diagonalen Wert an. Je nach Seitenverhältnis des Bildes sind horizontaler und vertikaler Bildwinkel kleiner. Wenn in einem Text Gradzahlen stehen, lohnt daher die Frage, ob Diagonale, Breite oder Höhe gemeint ist. Dieser Beitrag nennt, wo nichts anderes steht, den diagonalen Bildwinkel an Kleinbild.

Bildwinkel berechnen

Der Bildwinkel lässt sich aus Brennweite und Sensormaß berechnen:

Bildwinkel = 2 · arctan(Sensormaß / (2 · Brennweite))

Für das diagonale Maß setzt man die Sensordiagonale ein, bei Kleinbild etwa 43 mm. Für den horizontalen Bildwinkel gilt die Sensorbreite, bei Kleinbild 36 mm. Ein Beispiel mit 100 mm Brennweite an Kleinbild ergibt diagonal etwa 24 Grad und horizontal etwa 20 Grad. Die Brennweite steht im Nenner, deshalb verengt eine längere Brennweite den Bildwinkel.

BrennweiteDiagonaler Bildwinkel an KleinbildHorizontaler Bildwinkel an Kleinbild
24 mmetwa 84 Gradetwa 74 Grad
50 mmetwa 47 Gradetwa 40 Grad
85 mmetwa 29 Gradetwa 24 Grad
100 mmetwa 24 Gradetwa 20 Grad
200 mmetwa 12 Gradetwa 10 Grad
300 mmetwa 8 Gradetwa 7 Grad
400 mmetwa 6 Gradetwa 5 Grad
600 mmetwa 4 Gradetwa 3 Grad

Einfluss der Sensorgröße

Bei gleicher Brennweite zeigt ein kleinerer Sensor einen engeren Bildausschnitt. Das Objektiv selbst ändert sich dabei nicht: Seine Brennweite bleibt, nur der genutzte Teil des Bildkreises wird kleiner. Üblich ist es, die Wirkung als kleinbildäquivalente Brennweite anzugeben. Sie ergibt sich aus Brennweite mal Crop-Faktor. Bei APS-C beträgt er etwa 1,5, bei Canon APS-C etwa 1,6 und bei Micro Four Thirds 2,0.

  • Ein 200-mm-Objektiv an APS-C (Faktor 1,5) entspricht in Bildwinkel und Ausschnitt etwa 300 mm an Kleinbild.
  • An Micro Four Thirds (Faktor 2,0) wird daraus der Ausschnitt eines 400-mm-Kleinbildobjektivs.

Schärfentiefe und Lichtstärke ändern sich dadurch nicht in gleicher Weise mit. Wer vom Bildwinkel spricht, sollte immer die Sensorgröße nennen.

Beispiele für verschiedene Sensorformate

Die folgende Tabelle zeigt, welcher diagonale Bildwinkel sich an unterschiedlichen Sensorformaten für dieselbe Objektivbrennweite ergibt. Die Werte sind gerundet und gelten für die genannten Crop-Faktoren.

ObjektivbrennweiteKleinbildAPS-C (Faktor 1,5)Micro Four Thirds (Faktor 2,0)
100 mmetwa 24 Gradetwa 16 Grad (wie 150 mm)etwa 12 Grad (wie 200 mm)
200 mmetwa 12 Gradetwa 8 Grad (wie 300 mm)etwa 6 Grad (wie 400 mm)
300 mmetwa 8 Gradetwa 5,5 Grad (wie 450 mm)etwa 4 Grad (wie 600 mm)

Bildwinkel beim Zoomobjektiv

Bei einem Zoomobjektiv ändert sich der Bildwinkel stufenlos innerhalb eines Bereichs. Ein Zoom mit 70-200 mm überstreicht an Kleinbild diagonal rund 34 bis 12 Grad, ein 100-400-mm-Zoom rund 24 bis 6 Grad und ein 150-600-mm-Zoom rund 16 bis 4 Grad. Das ermöglicht es, den Ausschnitt dem Motiv anzupassen, ohne den Standort zu wechseln. Der Standort bleibt dann unverändert und damit auch die Perspektive. Wer die Perspektive verändern möchte, muss sich bewegen.

Bei Zooms mit veränderlicher Blende sinkt die Lichtstärke mit zunehmender Brennweite. Wer also auf einen sehr engen Bildwinkel zoomt, verliert Licht und muss die Verschlusszeit oder die Empfindlichkeit anpassen.

Bildwinkel und Telekonverter

Ein Telekonverter verändert den Bildwinkel, indem er die Brennweite des Objektivs vergrößert. Ein 1,4-fach-Konverter macht aus 300 mm effektiv 420 mm, ein 2-fach-Konverter aus 300 mm effektiv 600 mm. Der Bildwinkel wird entsprechend enger. Dafür kostet ein 1,4-fach-Konverter eine Blendenstufe, ein 2-fach-Konverter zwei Stufen, und der Autofokus kann je nach Lichtstärke leiden. Ob ein Konverter zu einem Objektiv passt, sagt der Hersteller.

Bildwinkel und Bildformat

Der Bildwinkel unterscheidet sich zwischen Querformat und Hochformat. Im Querformat ist der horizontale Bildwinkel größer als der vertikale, im Hochformat umgekehrt. Dadurch lassen sich Motive mit viel Höhe, etwa Bäume oder stehende Personen, im Hochformat besser unterbringen, ohne den Standort zu wechseln. Bei Teleobjektiven ist der Spielraum klein, deshalb lohnt es sich, vor der Aufnahme das passende Format zu wählen.

Wer einen größeren Ausschnitt braucht, als das Objektiv liefert, kann mehrere Aufnahmen zu einem Panorama zusammenfügen. Mit einem Teleobjektiv entstehen so Bilder mit enger Perspektive und großer Auflösung.

Optischer Bildwinkel oder Ausschnitt in der Nachbearbeitung?

Ein enger Bildwinkel lässt sich auch nachträglich durch Beschneiden erzeugen. Die Perspektive bleibt dabei unverändert, aber die nutzbare Auflösung sinkt. Wer ein Bild auf die Hälfte der Kantenlänge zuschneidet, behält nur ein Viertel der Pixel. Ein Teleobjektiv liefert dagegen den engen Ausschnitt mit voller Sensorauflösung. Daher ist es sinnvoll, den Ausschnitt möglichst schon bei der Aufnahme festzulegen und nur zur Feinabstimmung zu beschneiden.

Bildwinkel und Bildgestaltung

Der Bildwinkel entscheidet, was im Bild bleibt und was draußen. Das ist die erste Gestaltungsentscheidung, noch vor Licht und Farbe. Ein enger Bildwinkel konzentriert den Blick auf das Hauptmotiv. Ablenkende Elemente am Rand verschwinden. Ein weiter Bildwinkel zeigt Umgebung und Zusammenhang, erlaubt aber weniger Fokus auf Details.

  • Enger Bildwinkel: Isoliert, verdichtet, wirkt intim. Geeignet für Porträt, Tier, Sport und Details.
  • Weiter Bildwinkel: Zeigt Kontext, Raum und Vordergrund. Geeignet für Landschaft, Architektur und Gruppen.

Aufnahmen mit engem Bildwinkel wirken oft ruhiger und konzentrierter, weite eher offen. Ob ein Bild dramatisch oder gelassen wirkt, liegt jedoch an Licht, Motiv und Bildaufbau und nicht allein am Bildwinkel.

Perspektive und Kompression richtig verstehen

Teleobjektive lassen Objekte im Bild näher zusammenrücken. Dieser Eindruck wird häufig der Brennweite zugeschrieben, entsteht aber durch den größeren Aufnahmeabstand. Die Perspektive, also das Größenverhältnis von nahen und fernen Objekten, hängt allein vom Standort der Kamera ab. Wer mit einem Weitwinkelobjektiv am selben Standort fotografiert und den Ausschnitt später vergrößert, erhält dieselbe Perspektive.

Praktisch bedeutet das: Mit einem Teleobjektiv steht man weiter vom Motiv entfernt, und dadurch erscheinen Hintergrundobjekte im Verhältnis größer und näher. Das lässt sich gestalterisch nutzen, etwa um einen Berg hinter einer Stadt groß ins Bild zu bringen. Ein enger Bildwinkel allein erzeugt diese Wirkung nicht.

Bildwinkel und Motivwahl

Der Zusammenhang zwischen Bildwinkel und Motiv ergibt sich aus Abstand und Größe. Je weiter das Motiv entfernt ist und je kleiner es ist, desto enger muss der Bildwinkel sein, damit es das Bild füllt. Eine Näherung hilft bei der Planung: Die Breite des erfassten Bereichs beträgt ungefähr Motivabstand mal Sensorbreite geteilt durch Brennweite. Bei 200 mm an Kleinbild und 20 m Abstand umfasst das Bild also rund 3,6 m Breite.

  • Weitwinkel: Passend für Landschaft, Architektur und Gruppenfotos, weil viel Szene ins Bild passt.
  • Kurzes Tele: Passend für Porträt. Das Gesicht füllt den Rahmen, der Hintergrund lässt sich weich zeichnen.
  • Mittleres und langes Tele: Passend für Tiere und Sport, wenn der Abstand nicht verkleinert werden kann.

Beispiele aus der Praxis

Weitwinkel für Landschaft: Mit 24 mm beträgt der diagonale Bildwinkel an Kleinbild rund 84 Grad. So lassen sich weite Landschaften samt Vordergrund aufnehmen. Das erzeugt Tiefe und Weite.

Kurzes Tele für Porträt: Mit 85 mm liegt der Bildwinkel bei rund 29 Grad. Das Gesicht füllt das Bild, ohne dass man dem Modell zu nahe kommen muss, und der Hintergrund fällt bei offener Blende weich aus.

Langes Tele für Wildlife: Bei 400 mm sind es nur noch etwa 6 Grad. Damit lassen sich Tiere aus großer Entfernung aufnehmen, ohne sie zu stören. Mehr zu den Brennweiten für Tierfotografie finden Sie unter Brennweiten und Einsatzzwecke.

Mittleres Tele für Sport: Mit 200 mm liegt der Bildwinkel bei etwa 12 Grad. Athleten füllen das Bild, Zuschauer und Umgebung treten zurück. Eine Übersicht der Telebrennweiten und Bildwinkel hilft bei der Zuordnung weiterer Brennweiten.

Teleobjektive und ihre typischen Bildwinkel

BrennweitenklasseTypischer BereichDiagonaler Bildwinkel an KleinbildTypischer Einsatz
Kurzes Tele70-135 mmetwa 34 bis 18 GradPorträt, Reportage
Mittleres Tele135-300 mmetwa 18 bis 8 GradSport, Tiere im Park
Langes Tele300-600 mmetwa 8 bis 4 GradWildlife, Vögel, ferne Details

Die Grenzen zwischen den Klassen sind fließend und werden nicht einheitlich gezogen. Als Teleobjektiv gilt im üblichen Sprachgebrauch eine Brennweite, die den Bildwinkel deutlich unter den des Normalobjektivs mit etwa 47 Grad senkt.

Brennweite für verschiedene Motive wählen

  • Porträt: Etwa 85 bis 135 mm. Die Perspektive wirkt natürlich, der Arbeitsabstand ist angenehm.
  • Landschaft: Weitwinkel mit 12 bis 35 mm für große Szenen, ein Tele ergänzend für ferne Details.
  • Sport und Action: Etwa 200 bis 400 mm, je nach Entfernung vom Spielfeld.
  • Wildlife: Ab etwa 300 mm, bei scheuen Arten deutlich mehr.
  • Makro und Details: Etwa 60 bis 105 mm bei Makroobjektiven, die den Abbildungsmaßstab liefern, nicht das Teleobjektiv allein.

Die Angaben sind Erfahrungswerte. Entscheidend sind der Abstand, die Größe des Motivs und der Sensor.

Bildwinkel im Alltag einschätzen

Mit etwas Übung gewinnt man ein Gefühl für den Bildwinkel einer Brennweite. Dabei helfen mehrere einfache Übungen:

  • Brennweiten vergleichen: Dieselbe Szene mit verschiedenen Brennweiten aufnehmen und vergleichen.
  • Standort wechseln: Bei fester Brennweite näher oder weiter weg gehen. So erkennt man den Unterschied zwischen Bildwinkel und Perspektive.
  • Vordergrund einbauen: Bei weiten Bildwinkeln Vordergrundelemente nutzen, um Tiefe zu erzeugen.
  • Ausschnitt rahmen: Mit den Händen oder einem Papierrahmen den Bildausschnitt testen, bevor man das Objektiv wählt.
  • Tabelle nutzen: Der Bildwinkel verhält sich nicht proportional zur Brennweite. Wer die Brennweite halbiert, verdoppelt den Bildwinkel nicht ganz. Die Tabelle weiter oben zeigt die tatsächlichen Werte.

Wenn sich der Bildwinkel beim Fokussieren verändert

Bei manchen Teleobjektiven nimmt die effektive Brennweite in der Nähe ab, wenn der Fokus auf kurze Distanz gestellt wird. Dieses Phänomen heißt Focus Breathing und ist besonders bei Objektiven mit Innenfokus bekannt. Der Bildwinkel wird dadurch etwas größer. In der Fotografie fällt das selten ins Gewicht, bei Videoaufnahmen mit Schärfeverlagerung wirkt es dagegen auffällig. Wie stark der Effekt ist, lässt sich nur am konkreten Objektiv prüfen.

Kurz gesagt

  • Der Bildwinkel ergibt sich aus Brennweite und Sensorgröße, die Formel lautet 2 · arctan(Sensormaß / (2 · Brennweite)).
  • Der Crop-Faktor verengt den Bildwinkel, die Brennweite des Objektivs bleibt gleich.
  • Die Kompression im Teleobjektiv entsteht durch den größeren Aufnahmeabstand, nicht durch die Optik allein.
  • Die Wahl der Brennweite sollte sich an Motivabstand und Motivgröße richten.

FAQ zu Bildwinkeln in der Fotografie

Was ist der Bildwinkel bei Teleobjektiven?

Der Bildwinkel ist der Winkel, den das Objektiv von der Szene auf den Sensor abbildet. Bei Teleobjektiven ist er eng, also zeigen sie nur einen kleinen Ausschnitt, den sie dafür groß darstellen.

Wie beeinflusst die Brennweite den Bildwinkel?

Eine längere Brennweite führt zu einem engeren Bildwinkel. Bei 100 mm an Kleinbild beträgt er diagonal etwa 24 Grad, bei 400 mm etwa 6 Grad.

Wie wirkt sich die Sensorgröße aus?

Ein kleinerer Sensor schneidet einen engeren Ausschnitt aus dem Bildkreis. Die Brennweite des Objektivs ändert sich nicht, die kleinbildäquivalente Brennweite ergibt sich aus Brennweite mal Crop-Faktor.

Warum wirken Teleaufnahmen so verdichtet?

Der Eindruck entsteht, weil man weiter vom Motiv entfernt steht. Die Perspektive hängt vom Standort der Kamera ab, nicht von der Brennweite.

Wie lässt sich der Bildwinkel für eine Aufnahme nutzen?

Brennweite und Standort bewusst wählen: Enger Bildwinkel isoliert das Motiv, weiter Bildwinkel zeigt Zusammenhang. Beides lässt sich durch Ausprobieren am besten einschätzen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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