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Teleobjektiv

Grundlagen & Optik Redaktion Teleobjektiv · Stand

Brennweitenkonverter: Reichweite erweitern, Lichtstärke beachten

Inhalt 10 Abschnitte

Was ein Brennweitenkonverter ist

Ein Brennweitenkonverter, meist Telekonverter oder Extender genannt, ist eine Linsengruppe, die zwischen Kamera und Objektiv gesetzt wird. Sie vergrößert das Bild, das das Objektiv erzeugt. Der Sensor sieht dadurch einen kleineren Ausschnitt der Szene, das Motiv füllt mehr vom Bild. Die Brennweite des Objektivs wird mit dem Faktor des Konverters multipliziert.

Gängig sind zwei Faktoren: 1,4x und 2x. An einem 100-mm-Objektiv ergibt ein 2x-Konverter 200 mm, ein 1,4x-Konverter 140 mm. Der Preis dafür ist Licht: Ein 1,4x-Konverter kostet eine Blendenstufe, ein 2x-Konverter zwei. Die Lichtstärke sinkt entsprechend, und die Belichtung muss mit längerer Verschlusszeit oder höherem ISO-Wert ausgeglichen werden.

Zu unterscheiden ist der Konverter vom Crop-Faktor der Kamera. Der Crop-Faktor ändert nur den Bildwinkel, das Objektiv bleibt gleich und es geht kein Licht verloren. Der Konverter dagegen verändert die effektive Brennweite und die Lichtstärke der gesamten Kombination. Beide wirken zusammen: Ein 300-mm-Objektiv mit 1,4x-Konverter an APS-C entspricht im Bildwinkel einer kleinbildäquivalenten Brennweite von etwa 630 mm (420 mm mal 1,5).

Brennweite und Blende mit Konverter

Die Rechnung ist einfach. Brennweite mal Faktor ergibt die neue Brennweite, die Blendenzahl wächst um eine Stufe (1,4x) oder zwei Stufen (2x). Ein Beispiel für ein 300-mm-Objektiv mit Offenblende f/4:

KonverterBrennweiteOffenblendeLichtverlust
ohne300 mmf/4keiner
1,4x420 mmf/5,6eine Blendenstufe
2x600 mmf/8zwei Blendenstufen

Das Beispiel zeigt auch eine Grenze. Viele Autofokussysteme verlangen eine Mindestlichtstärke, oft genannt als kleinste Blende, bei der noch fokussiert wird. Ab welcher Blende der Autofokus arbeitet, steht in den Angaben des Kameraherstellers.

Stärken eines Konverters

  • Mehr Reichweite ohne zweites Objektiv: Ein vorhandenes Teleobjektiv lässt sich verlängern, ohne ein weiteres Objektiv mitzuführen.
  • Geringes Packmaß: Ein Konverter ist klein und leicht. Er ersetzt aber kein vollwertiges Teleobjektiv.
  • Volle Sensornutzung: Der Bildausschnitt wird optisch vergrößert, die gesamte Sensorfläche arbeitet für das Motiv.
  • Schnell montiert: Das Anbringen zwischen Kamera und Objektiv dauert wenig länger als ein Objektivwechsel.

Grenzen eines Konverters

  • Weniger Licht: Eine bis zwei Blendenstufen gehen verloren, die Lichtstärke der Kombination sinkt. Bei Dämmerung bedeutet das höhere ISO-Werte und stärkeres Rauschen oder längere Verschlusszeiten.
  • Abbildungsqualität: Alle Fehler des Objektivs werden mitvergrößert. Auch ein sehr guter Konverter kann Schärfe und Kontrast mindern. Wie stark, hängt von der Kombination ab.
  • Autofokus: Bei Kombinationen mit kleiner Offenblende kann die Scharfstellung langsamer werden oder bei wenig Licht aussetzen.
  • Verwacklungsrisiko: Längere effektive Brennweiten verstärken Kamerabewegungen. Die Faustregel einer Verschlusszeit von höchstens 1/(äquivalente Brennweite) Sekunde gilt ohne Stabilisator.
  • Gewicht am Bajonett: Der Konverter erhöht Länge und Gewicht des Aufbaus, bei schweren Kombinationen ist ein Stativ ratsam.

Bajonett und Kompatibilität

Konverter sind nicht universell. Ein Konverter passt nur zum Bajonett der Kamera und nur zu Objektiven, die der Hersteller dafür vorsieht. Das liegt an der Bauform: Viele Konverter ragen mit einer Linse in das Objektiv hinein. Nur bestimmte Telefestbrennweiten und Telezooms lassen das zu. Geben Sie deshalb die Objektivbezeichnung und die Kamera beim Hersteller an, bevor Sie einen Konverter einsetzen.

Zu prüfen ist ebenfalls, ob Autofokus, Blendensteuerung und Bildstabilisator mit dem Konverter weiter funktionieren. Auch das ist Herstellerangabe, eine pauschale Zusage gibt es nicht. Adapter zwischen unterschiedlichen Systemen sind ein eigenes Thema und nur nach Herstellerangabe sinnvoll.

Verwandt, aber das Gegenteil, sind Fokalreduktoren in Adaptern, die den Bildkreis verkleinern und die Lichtstärke erhöhen. Sie sind keine Telekonverter.

Wo ein Konverter sinnvoll ist

  • Tierfotografie: Die Distanz zum Tier bleibt gewahrt, der Ausschnitt wird größer. Gerade bei scheuen Vögeln hilft die zusätzliche Reichweite.
  • Sport: Aus der Ferne lassen sich Szenen am Spielfeldrand enger fassen, wenn das Licht ausreicht.
  • Mond: Wegen seiner geringen Größe am Himmel profitiert der Mond von langer Brennweite. Für die Sonne gilt: Richten Sie ein Objektiv, auch mit Konverter, nie ohne geeigneten Sonnenfilter auf die Sonne.
  • Landschaftsdetails: Entfernte Berge oder Gebäude lassen sich enger fassen. Für Weitwinkel oder Standardobjektive sind Telekonverter nicht vorgesehen.

Für Porträts und Architektur braucht es den Konverter in der Regel nicht. Dort reichen die Brennweiten des Objektivs, und der Standort entscheidet mehr, wie die Aufnahmetechniken zeigen.

Konverter oder Ausschnitt am Computer

Statt eines Konverters lässt sich ein Bild auch nachträglich beschneiden. Das kostet kein Licht und verändert die Lichtstärke nicht, verringert aber die Pixelzahl im Ergebnis. Der Konverter nutzt dagegen die gesamte Sensorfläche, schwächt aber Licht und Schärfe. Welcher Weg bessere Ergebnisse bringt, hängt von Auflösung der Kamera, Objektiv und Lichtlage ab. Wer die Aufnahme mit beiden Wegen vergleicht, sieht es bei der eigenen Ausrüstung am schnellsten.

Tipps für die Praxis

  • Stativ oder Stütze: Auf einem Stativ bleibt die Kombination ruhig, besonders bei längeren Verschlusszeiten.
  • Manuell nachfokussieren: Bei schwachem Licht kann die Handeinstellung mit Lupenfunktion am Monitor genauer sein als der Autofokus.
  • Etwas abblenden: Eine halbe bis ganze Blendenstufe unter der Offenblende verbessert häufig die Abbildung, kostet aber Licht.
  • Probeaufnahmen machen: Fotografieren Sie dasselbe Motiv mit und ohne Konverter und vergleichen Sie Schärfe und Fokusverhalten.
  • Verschlusszeit prüfen: Der Lichtverlust verlängert die nötige Zeit. Ob sie für ein bewegtes Motiv noch kurz genug ist, hängt von dessen Tempo ab, der Stabilisator hilft dabei nicht.

Kurz gesagt

  • Ein Konverter multipliziert die Brennweite: 1,4x kostet eine Blendenstufe, 2x zwei.
  • Die Abbildungsqualität des Objektivs wird mitvergrößert.
  • Passung zu Kamera und Objektiv bestimmt der Hersteller. Prüfen Sie sie vorab.
  • Der Lichtverlust entscheidet mit, ob der Autofokus noch zuverlässig arbeitet.

Häufige Fragen zu Brennweitenkonvertern

Was ist ein Brennweitenkonverter?

Ein Brennweitenkonverter, auch Telekonverter genannt, sitzt zwischen Objektiv und Kamera und verlängert die Brennweite um seinen Faktor, meist 1,4x oder 2x.

Was kostet ein Konverter an Lichtstärke?

Ein 1,4x-Konverter kostet eine Blendenstufe, ein 2x-Konverter zwei. Aus f/4 wird so f/5,6 oder f/8.

Beeinträchtigt ein Konverter die Bildqualität?

Er vergrößert auch die Fehler des Objektivs, daher kann die Schärfe sinken. Wie deutlich, hängt von Konverter, Objektiv und Blende ab.

Passt jeder Konverter an jedes Objektiv?

Nein. Bajonett und freigegebene Objektive legt der Hersteller fest. Prüfen Sie die Angaben zu Ihrer Kamera und Ihrem Objektiv.

Wie erreiche ich gute Ergebnisse mit einem Konverter?

Stabil aufstellen, Fokus kontrollieren, Probeaufnahmen mit und ohne Konverter vergleichen und bei Bedarf leicht abblenden.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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