Zum Inhalt springen
Teleobjektiv

Kauftipps Redaktion Teleobjektiv · Stand

Teleobjektive für die Canon EOS 700D: Auswahl und Kriterien

Inhalt 15 Abschnitte

Was die Canon EOS 700D von einem Teleobjektiv verlangt

Die Canon EOS 700D ist eine Spiegelreflexkamera mit APS-C-Sensor und dem Bajonett für EF- und EF-S-Objektive. Der Crop-Faktor von Canon-APS-C beträgt etwa 1,6. Das beeinflusst die Wahl eines Teleobjektivs auf drei Arten.

  • Bildausschnitt: Die Brennweite des Objektivs bleibt, wie sie ist, der Bildwinkel wird jedoch enger. Ein Objektiv mit 300 mm zeigt an der 700D den Ausschnitt, den an Vollformat etwa 480 mm zeigen würden; bei 400 mm sind es etwa 640 mm, bei 600 mm rund 960 mm.
  • Stabilisierung: Die 700D hat keinen Bildstabilisator im Gehäuse. Verwacklungsschutz bei langen Brennweiten kann also nur das Objektiv liefern.
  • Autofokus: Die Kamera arbeitet mit einem Autofokus-System mit neun Messfeldern. Das reicht für viele Motive, verlangt bei bewegten Tieren aber Übung mit der Messfeldwahl und dem Nachführ-Modus.

Welche Objektive Canon für die Kamera vorsieht und welche Funktionen sie nutzt, steht in der Herstellerangabe zur 700D und zum jeweiligen Objektiv.

Passende Bajonette: EF-S, EF und RF

An die 700D gehören Objektive mit dem Bajonett EF-S und EF. Die Bezeichnungen unterscheiden sich im Bildkreis.

  • EF-S: Objektive für APS-C-Kameras wie die 700D. Sie sind meist leichter und kompakter, weil der kleinere Sensor einen kleineren Bildkreis verlangt.
  • EF: Objektive für Vollformat. Sie sind ebenfalls für das Bajonett der 700D gedacht, in der Regel größer und schwerer. Wer später auf Vollformat wechselt, kann sie weiter nutzen.
  • RF: Das Bajonett der spiegellosen EOS-R-Kameras. RF-Objektive sind für die 700D nicht vorgesehen. Umgekehrt können EF-Objektive über einen Adapter von Canon an EOS-R-Kameras genutzt werden.

Drittanbieter wie Sigma und Tamron bieten Telezooms mit EF-Bajonett an. Ob ein bestimmtes Objektiv an der 700D alle Funktionen bietet, nennt der jeweilige Hersteller.

Gattungen für die 700D im Überblick

GattungBrennweiteAusschnitt an der 700D (etwa)Einsatz
Einsteiger-Telezoom für APS-C55-250 mm88-400 mmTiere im Park, Familie, Reise
Telezoom bis 300 mm70-300 mm112-480 mmSport im Freien, Landschaftsdetails
Telezoom bis 400 mm100-400 mm160-640 mmVögel, Wildtiere, Motorsport
Super-Telezoom150-600 mm240-960 mmWildlife auf große Distanz

Die Spalte mit dem Ausschnitt rechnet mit dem Faktor 1,6. Sie sagt nichts über Schärfe oder Lichtstärke aus. Einsteiger-Telezooms liegen in der Einsteigerklasse; Super-Telezooms und lichtstarke Varianten sind größer, schwerer und höher eingeordnet.

Bildstabilisierung bei Objektiven ohne Gehäuse-Stabilisator

Weil die 700D keinen Stabilisator im Gehäuse hat, kommt es auf das Objektiv an. Canon nennt die Funktion IS, Sigma OS, Tamron VC. Sie verschiebt Linsengruppen und gleicht kleine Bewegungen der Hand aus. Das verlängert die Zeit, die Sie aus der Hand halten können. Ohne Stabilisator gilt als Richtwert für die Verschlusszeit 1/(äquivalente Brennweite): bei 300 mm an der 700D also etwa 1/480 Sekunde.

Die Stabilisierung hilft ausschließlich gegen Verwackeln. Ein Vogel im Flug oder ein laufendes Kind bleibt unscharf, wenn die Verschlusszeit zu lang ist, egal wie gut der Stabilisator arbeitet. Für bewegte Motive sind Zeiten ab etwa 1/1000 Sekunde üblich. Auf einem Stativ schalten manche Objektive die Stabilisierung besser ab; die Herstellerangabe nennt, was empfohlen wird.

Lichtstärke und Autofokus an der 700D

Telezooms für APS-C sind meist lichtschwach, am langen Ende oft f/5.6 oder f/6.3. Das Messsystem für den Autofokus braucht genug Licht, und nicht jede Kamera arbeitet mit jeder Lichtstärke gleich gut. Welche kleinste Öffnung die 700D noch unterstützt, nennt Canon in der Anleitung. Das ist besonders wichtig, wenn Sie einen Telekonverter einsetzen wollen: Ein 1,4-fach-Konverter kostet eine Blendenstufe, ein 2-fach-Konverter zwei, wodurch lichtschwache Objektive an die Grenze des Autofokus kommen können.

Schnelle Autofokus-Antriebe wie USM, HSM, USD oder STM sind bei bewegten Motiven von Vorteil. Bei Dämmerung hilft ein lichtstarkes Objektiv dem Autofokus, es erhöht aber Gewicht und Preisklasse. Alternativ lässt sich der ISO-Wert erhöhen, was aber das Bildrauschen verstärkt.

Verschlusszeit und Brennweite: Rechenbeispiele

Die Faustregel für das Halten aus der Hand lautet: Die Verschlusszeit sollte höchstens 1/(äquivalente Brennweite) Sekunde betragen, ohne Stabilisator. Die äquivalente Brennweite ist Brennweite mal Crop-Faktor, an der 700D also mal 1,6.

BrennweiteÄquivalentRichtwert ohne Stabilisator
135 mmetwa 216 mmetwa 1/250 s
250 mm400 mmetwa 1/400 s
300 mmetwa 480 mmetwa 1/500 s
400 mmetwa 640 mmetwa 1/640 s
600 mmetwa 960 mmetwa 1/1000 s

Die Werte sind Richtwerte, keine Garantie. Wer ruhig atmet, die Ellbogen abstützt oder ein Einbeinstativ nutzt, kann längere Zeiten halten. Ein Stabilisator verlängert die Zeiten um einige Stufen, deren Zahl der Hersteller nach eigenem Messverfahren angibt.

Schärfentiefe bei langen Brennweiten

Die Schärfentiefe sinkt mit wachsender Brennweite, offener Blende und kurzer Distanz. Bei 400 mm und f/5.6 liegt sie im Bereich weniger Zentimeter, wenn das Tier nah ist. Das erschwert das Treffen des Fokus bei Köpfen und Augen. Es hilft, die Blende um ein bis zwei Stufen zu schließen, wenn das Licht dafür reicht, und den Fokus auf das Auge zu legen.

Der Hintergrund wird bei langen Brennweiten weich, auch bei kleineren Öffnungen. Das hebt Tiere aus der Umgebung heraus. Wer Wert auf noch mehr Freistellung legt, muss näher an das Motiv oder zu einem lichtstärkeren Objektiv greifen.

Stativ, Einbeinstativ und Zubehör

Ein Stativ oder Einbeinstativ entlastet bei Objektiven ab etwa 300 mm den Arm und reduziert Verwackeln. Eine Stativschelle am Objektiv trägt das Gewicht am Schwerpunkt, statt das Bajonett der Kamera zu belasten. Ein Gimbal-Kopf erlaubt das schnelle Nachführen bei Tieren im Flug; ein Getriebeneiger ist für langsames, genaues Ausrichten gedacht. Eine Streulichtblende reduziert Reflexe und schützt die Frontlinse. Ein Telekonverter erhöht die Reichweite auf Kosten der Lichtstärke und des Autofokus-Tempos.

Bildqualität einschätzen

Die Bildqualität eines Teleobjektivs hängt von Konstruktion, Glasarten und Fertigungstoleranz ab. Spezialgläser mit der Bezeichnung ED, UD, FLD oder ähnlich sollen Farbsäume mindern. Wie groß der Gewinn ausfällt, zeigen Aufnahmen: Farbsäume an Kanten bei hohem Kontrast, Schärfeverlauf zum Bildrand und Schärfe bei Offenblende gegenüber abgeblendeten Aufnahmen. Als Gattungsregel ist die Qualität bei offener Blende und am Ende des Zoombereichs oft geringer als bei mittlerer Brennweite und leicht abgeblendeter Öffnung.

Tipps für den Einstieg in die Tierfotografie

  • Reichweite statt Zoom: Wer Tiere aus Distanz fotografiert, profitiert von langen Brennweiten. 300 bis 400 mm sind ein praktischer Einstieg, 600 mm verlangt Stativ oder Einbeinstativ und Übung.
  • Verschlusszeit: Für Vögel und laufende Tiere sind kurze Zeiten nötig. Wählen Sie die Zeitvorwahl (Tv) und erhöhen Sie den ISO-Wert, bis die gewünschte Zeit erreicht ist.
  • Autofokus nachführen: Stellen Sie die Kamera auf nachführenden Autofokus (bei Canon AI Servo) und ein einzelnes Messfeld, das Sie auf dem Tier halten.
  • Serienbild: Mehrere Aufnahmen hintereinander erhöhen die Chance auf einen scharfen Moment.
  • Perspektive und Geduld: Tiere auf Augenhöhe wirken ruhiger. Beobachten Sie das Verhalten, bevor Sie die Kamera heben.
  • Abstand: Halten Sie so viel Abstand, dass das Tier sein Verhalten nicht ändert. Dafür sind lange Brennweiten da.

Gebrauchte Objektive prüfen

Ältere EF- und EF-S-Objektive gibt es in großer Zahl gebraucht. Beim Kauf ohne Fachgeschäft sollten Sie auf den Zustand achten: Kratzer und Pilzbefall in den Linsengruppen, Staub, Spiel im Zoomring, Funktion des Stabilisators und des Autofokus. Probeaufnahmen mit offener Blende auf ein entferntes Motiv zeigen, ob der Autofokus zuverlässig trifft. Fragen Sie nach den Rückgabebedingungen des Anbieters.

Auswahl nach Budget und Einsatz

Ein Einsteiger-Telezoom reicht für Park, Reise und Familie. Wer regelmäßig Vögel und Wildtiere fotografiert, kommt mit 300 mm bald an Grenzen und prüft Telezooms ab 400 mm. Für die Mittelklasse sind Drittanbieter-Zooms üblich, in der Oberklasse finden sich lichtstarke Festbrennweiten und Super-Teles der Kamerahersteller. Eine Faustregel hilft: Kaufen Sie die Brennweite, die Ihre Motive verlangen, und erst danach Lichtstärke und Zusatzfunktionen.

Unabhängige Tests mehrerer Redaktionen bieten bei der Einschätzung eines Modells Orientierung. Ein Ausleihen oder Ausprobieren im Fachgeschäft zeigt, ob Gewicht und Bedienung zu Ihnen passen.

Genannte Objektive

Objektive, die dieser Beitrag behandelt:

Zoomobjektive

  • Canon 55-250 STM
  • Sigma 100-400mm
  • Tamron 100-400mm
  • Sigma 150-600mm C

Kurz gesagt

  • Die 700D nimmt EF- und EF-S-Objektive; RF-Objektive sind nicht vorgesehen.
  • Der Crop-Faktor von etwa 1,6 verengt den Bildausschnitt: 300 mm wirken wie rund 480 mm.
  • Die Kamera hat keinen Stabilisator im Gehäuse, die Stabilisierung muss das Objektiv liefern.
  • Bewegte Motive verlangen kurze Verschlusszeiten, unabhängig von der Stabilisierung.
  • Kompatibilität und Funktionen prüfen Sie in der Herstellerangabe.

Häufige Fragen zu Teleobjektiven für die 700D

Welche Teleobjektive passen an die Canon EOS 700D?

Objektive mit EF- und EF-S-Bajonett gehören zur 700D, von Canon und von Drittanbietern. RF-Objektive sind für spiegellose EOS-R-Kameras gebaut. Die Herstellerangabe nennt, welche Funktionen ein Objektiv an der Kamera bietet.

Wie wichtig ist die Bildstabilisierung bei der 700D?

Die Kamera hat keinen Stabilisator im Gehäuse, deshalb ist ein Stabilisator im Objektiv bei langen Brennweiten hilfreich. Er gleicht das Verwackeln der Hand aus, nicht die Bewegung eines Tieres.

Welche Brennweite eignet sich für Tiere?

Für Vögel und Wildtiere sind 300 bis 400 mm üblich, mit Crop-Faktor 1,6 entspricht das etwa 480 bis 640 mm. Für entfernte Motive kommen 600 mm infrage.

Sind gebrauchte Teleobjektive eine Option?

Ja, sofern Sie Zustand, Autofokus und Stabilisator prüfen und die Rückgabebedingungen klären. Probeaufnahmen vor dem Kauf zeigen, ob das Exemplar sauber arbeitet.

Wie beeinflusst der Crop-Faktor die Brennweite?

Er ändert den Bildwinkel, nicht das Objektiv. An der 700D wirkt ein Objektiv mit 400 mm im Ausschnitt wie rund 640 mm am Kleinbild.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

Mehr aus Kauftipps