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Teleobjektiv

Brennweiten & Einsatzzwecke Redaktion Teleobjektiv · Stand

Teleobjektiv Canon 70-300 mm: Einsatzmöglichkeiten

Inhalt 13 Abschnitte

Was ein 70-300-mm-Zoom leistet

Ein Teleobjektiv mit 70-300 mm, wie es unter anderem Canon für seine Kameras anbietet, ist eines der am häufigsten genutzten Telezooms. Es reicht vom kurzen Tele für Porträts bis zur Reichweite, die für Tiere, Sport und Details in der Ferne taugt. Der Zoombereich von rund 4,3 deckt viele Situationen mit einem einzigen Objektiv ab, und das bei überschaubarem Gewicht im Vergleich zu langen Festbrennweiten.

Welche Bildausschnitte das ergibt, hängt vom Sensor ab. Die Brennweite des Objektivs bleibt gleich, aber der Bildwinkel unterscheidet sich. Die kleinbildäquivalente Brennweite ergibt sich aus Brennweite mal Crop-Faktor. Bei Canon-Kameras mit APS-C-Sensor beträgt der Faktor etwa 1,6.

BrennweiteDiagonaler Bildwinkel am VollformatÄquivalent an Canon APS-C
70 mmetwa 34°etwa 112 mm
135 mmetwa 18°etwa 216 mm
200 mmetwa 12°etwa 320 mm
300 mmetwa 8°etwa 480 mm

Die Lichtstärke solcher Zooms ändert sich mit der Brennweite. Am kurzen Ende ist die größte Blende weiter geöffnet als am langen Ende, bei Objektiven dieser Klasse liegt sie dort meist zwischen etwa f/5.6 und f/6.3. Das genügt bei Tageslicht, verlangt in der Dämmerung aber höhere ISO-Werte oder längere Zeiten. Die genauen Werte und die Ausstattung eines Modells nennt der Hersteller.

Beim Bajonett gilt: Ein Objektiv passt nur an das Bajonett, für das es gebaut ist. Canon verwendet für Spiegelreflexkameras EF und EF-S, für spiegellose Kameras unter anderem RF. Ob und mit welchen Einschränkungen ein EF-Objektiv an einer RF-Kamera über einen Adapter arbeitet, steht in den Angaben von Canon.

Tiere und Naturbeobachtung

Für Tiere ist ein 70-300-mm-Zoom ein guter Einstieg, wenn die Tiere nicht allzu scheu und nicht allzu weit entfernt sind. Haustiere, Zoo, Wildparks, Enten am Teich oder größere Vögel am Futterplatz lassen sich damit füllend abbilden. Für kleine Singvögel in 15 bis 20 m Entfernung reichen 300 mm meist nicht aus, denn das Motiv wird kleiner als ein Zehntel der Bildhöhe. Bei APS-C-Gehäusen hilft der Crop-Faktor.

  • Abstand wahren: Die Reichweite erlaubt es, Tiere aus einer Entfernung zu fotografieren, in der sie ihr natürliches Verhalten zeigen. Beachten Sie Schutzgebiete sowie Brut- und Setzzeiten.
  • Kurze Verschlusszeiten: Für bewegte Tiere sind je nach Tempo 1/500 s bis 1/2000 s nötig. Bildstabilisierung gleicht Verwackeln aus, nicht die Bewegung des Tieres.
  • Autofokus: Wählen Sie bei bewegten Motiven den kontinuierlichen Autofokus. Die Geschwindigkeit hängt von Kamera, Objektivantrieb und Licht ab.
  • Licht: In den frühen Morgen- und späten Abendstunden sind viele Tiere aktiv, das Licht ist aber schwächer. Dann sind höhere ISO-Werte nötig.

Sport und Veranstaltungen

Bei Sport im Freien deckt der Zoom viele Distanzen ab: Von der Seitenlinie genügen oft 100 bis 200 mm, von der Tribüne oder bei Motorsport sind 300 mm hilfreich. Der Vorteil eines Zooms liegt darin, dass Sie den Ausschnitt anpassen können, wenn sich das Geschehen nähert oder entfernt.

  • Verschlusszeit: Zum Einfrieren schneller Bewegungen sind 1/1000 s und kürzer nötig. Das setzt Licht voraus.
  • Hallensport: In Hallen ist die Beleuchtung begrenzt. Lichtschwache Zooms stoßen hier an Grenzen, weil die Verschlusszeit nicht kurz genug wird oder der ISO-Wert stark steigt.
  • Mitziehen: Wollen Sie Bewegung zeigen, ziehen Sie die Kamera mit dem Motiv mit und wählen eine längere Zeit. Dann bleibt das Motiv scharf, der Hintergrund verwischt. Manche Stabilisatoren haben dafür einen eigenen Modus, den der Hersteller beschreibt.
  • Konzerte und Bühne: Prüfen Sie vorher, ob Fotografieren erlaubt ist und ob Objektive mit dieser Länge zugelassen sind.

Landschaft, Architektur und Stadt

Ein Tele zeigt in der Landschaft Ausschnitte statt Panoramen. Es verdichtet gestaffelte Berge, isoliert Gipfel und Wolkenformationen und holt weit entfernte Details heran. In der Architektur lassen sich Fassadenmuster, Fenster, Dächer und Turmspitzen herausarbeiten. In der Stadt erlaubt der Abstand Szenen, ohne Menschen zu bedrängen.

Beachten Sie dabei das Recht am eigenen Bild: Bildnisse dürfen in Deutschland grundsätzlich nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden (§ 22 Kunsturhebergesetz). Ausnahmen nennt § 23 Kunsturhebergesetz, etwa für Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder Örtlichkeit erscheinen, und für Bilder von Versammlungen und Aufzügen. Fragen Sie im Zweifel, bevor Sie das Bild einer erkennbaren Person veröffentlichen.

  • Der Standort bestimmt die Perspektive. Mit dem Zoom ändern Sie nur den Ausschnitt, nicht die Staffelung der Ebenen.
  • Blenden Sie ein bis zwei Stufen ab, wenn Sie über die ganze Bildfläche hohe Schärfe wollen. Viele Zooms zeigen bei offener Blende weniger Kontrast an den Rändern.
  • Stürzende Linien entstehen, wenn Sie die Kamera nach oben neigen. Ein größerer Abstand mildert das.
  • Bei weiter Ferne mindern Dunst und Hitzeflimmern Kontrast und Schärfe, unabhängig vom Objektiv.
  • Für das kurze Ende reicht der Zoom nicht aus, wenn Sie ganze Gebäude aus kurzer Distanz zeigen wollen. Dafür gibt es Weitwinkelobjektive.

Porträt

Der untere Teil des Zoombereichs, etwa 70 bis 135 mm, eignet sich für Porträts. Der Abstand zum Modell lässt natürliche Proportionen zu, und der Hintergrund kann bei offener Blende weich werden. Allerdings ist ein 70-300-mm-Zoom in dieser Klasse nicht besonders lichtstark. Wie stark der Hintergrund verschwimmt, hängt von Brennweite, Blende, Abstand zum Modell und Abstand zum Hintergrund ab. Bei f/5.6 gelingt die Freistellung gut, wenn das Modell weit vor dem Hintergrund steht und Sie nahe herangehen.

Für Porträts mit starker Freistellung oder bei Dämmerung sind lichtstärkere Festbrennweiten oder 70-200-mm-Zooms mit großer Blende die passendere Gattung. Mit dem 70-300-mm-Zoom gelingen dagegen Straßenporträts, Veranstaltungen und Aufnahmen aus der Distanz, bei denen das Modell ungezwungen bleibt.

Reisefotografie

Auf Reisen punktet die Brennweitenspanne: Mit einem Objektiv fotografieren Sie Menschen, Märkte, Tiere und Landschaftsdetails. Ein Telezoom ersetzt kein Weitwinkel, ergänzt aber ein Standardzoom ideal. Gewicht und Packmaß sind im Vergleich zu langen Festbrennweiten günstig.

  • Packen Sie Streulichtblende und beide Deckel ein. Sie schützen vor Streulicht und Staub.
  • Prüfen Sie, ob Sie ein Stativ oder Monopod mitnehmen. Für Dämmerung und Nacht lohnt es sich.
  • Ersatzakku und Speicherkarten gehören ins Handgepäck.
  • Ob ein Objektiv gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet ist, gibt der Hersteller an. Bei Zooms der Einsteigerklasse ist das nicht selbstverständlich.

Makro und Nahaufnahmen

Ein Telezoom ist kein Makroobjektiv. Sein größter Abbildungsmaßstab liegt deutlich unter dem echter Makroobjektive, die Motive mindestens in natürlicher Größe auf den Sensor bringen. Der Maßstab, den ein bestimmtes Zoom erreicht, steht in den Herstellerangaben. Für Blüten, Schmetterlinge und größere Insekten genügt er oft, kleine Insekten bleiben bildfüllend aber unerreichbar.

Mit einem Tele halten Sie dabei Abstand, was scheue Insekten weniger stört. Die Schärfentiefe ist bei langen Brennweiten und kurzer Distanz sehr gering, deshalb fokussieren Sie sorgfältig und blenden bei Bedarf ab. Nahlinsen verkürzen die Gesamtbrennweite und verringern den Mindestabstand, sie sind eine günstige Ergänzung, mindern aber Schärfe und Randqualität. Für regelmäßige Nahaufnahmen ist ein Makroobjektiv die bessere Wahl.

Mond und Himmel

Der Mond ist ein dankbares Motiv für 300 mm. Er erscheint am Vollformat bei dieser Brennweite allerdings nur etwa 2,7 mm groß, also gut ein Zehntel der Bildhöhe. Für größere Mondbilder helfen ein Ausschnitt in der Nachbearbeitung, ein APS-C-Gehäuse oder ein Telekonverter. Der Mond ist hell, deshalb sind kurze Zeiten und mittlere Blenden nötig, sonst fehlt die Zeichnung.

Die Sonne ist tabu. Richten Sie ein Teleobjektiv nie ohne einen dafür zugelassenen Sonnenfilter auf die Sonne. Das gebündelte Licht schädigt die Augen beim Blick durch den Sucher und kann Sensor und Kamera zerstören. Das gilt auch bei Sonnenfinsternissen.

Sternenhimmel mit 300 mm verlangt kurze Zeiten, weil die Erddrehung bei langer Brennweite schon nach wenigen Sekunden Strichspuren zeichnet. Nachführung und Stativ helfen. Der Zoom ist hier lichtschwach, daher steigt der ISO-Wert, und Rauschen wird zum Thema.

Video

Für Video ist ein Zoom flexibel, aber nicht frei von Tücken:

  • Helligkeit beim Zoomen: Bei variabler Lichtstärke ändert sich die Belichtung, wenn Sie während der Aufnahme zoomen. Das fällt bei Videos auf.
  • Autofokus-Geräusche: Je nach Antrieb kann der Autofokus hörbar sein. Wie leise ein Objektiv fokussiert, geben die Herstellerangaben nur teilweise an.
  • Stabilisierung: Sie glättet Verwacklungen aus der Hand, kann aber bei Stativ und Schwenks Nachzieheffekte zeigen. Dann hilft es, sie abzuschalten.
  • Zoomfahrten: Gleichmäßige Zooms gelingen mit dem Ring nur mit Übung. Ein Stativ mit Fluidkopf ist hilfreich.

Einsatzgebiete im Überblick

EinsatzgebietEignung eines 70-300-mm-ZoomsGrenze
Tiere und NaturGut für größere und mäßig scheue TiereKleine Vögel brauchen mehr Reichweite
Sport im FreienGut bei gutem LichtHallen verlangen mehr Lichtstärke
Landschaft, ArchitekturGut für Details und AusschnitteKeine Weitwinkelwirkung
PorträtBrauchbar im Bereich 70 bis 135 mmBegrenzte Freistellung, nicht lichtstark
ReisePraktische Ergänzung zum StandardzoomZusätzliches Gewicht
MakroNur bedingt, mäßiger AbbildungsmaßstabEchte Makroobjektive sind besser
MondMöglich, Ausschnitt nötigSonnenfilter für die Sonne zwingend
VideoFlexibel bei TageslichtHelligkeitswechsel beim Zoomen

Genannte Objektive

Objektive, die dieser Beitrag behandelt:

Zoomobjektive

  • Canon EF 70-300mm f/4-5.6 IS II USM

Kurz gesagt

  • Ein 70-300-mm-Zoom deckt vom kurzen Tele bis zu mittlerer Reichweite viele Einsatzgebiete ab. Seine Stärke ist Vielseitigkeit, nicht Lichtstärke oder extreme Reichweite.
  • An Canon-APS-C-Kameras wirkt der Bereich wie etwa 112 bis 480 mm am Vollformat. Das Objektiv selbst behält seine Brennweiten.
  • Bildstabilisierung hilft gegen Verwackeln, nicht gegen die Bewegung des Motivs. Für Sport und Tiere zählen kurze Verschlusszeiten.
  • Prüfen Sie Bajonett, Adapterfreigabe und Ausstattung in den Herstellerangaben, bevor Sie ein Objektiv wählen.

Häufige Fragen zum 70-300-mm-Telezoom

Wofür eignet sich ein 70-300-mm-Telezoom am besten?

Für Tiere in mäßiger Entfernung, Sport im Freien, Landschaftsdetails, Reisen und Porträts im Bereich 70 bis 135 mm. Für sehr scheue Tiere, Hallensport oder echte Makroaufnahmen gibt es besser passende Gattungen.

Wie wirkt sich der Crop-Faktor bei Canon-APS-C-Kameras aus?

Die Brennweite des Objektivs bleibt gleich, der Bildwinkel wird enger. Mit dem Faktor von etwa 1,6 entspricht der Bereich 70 bis 300 mm rechnerisch rund 112 bis 480 mm am Vollformat.

Hilft die Bildstabilisierung bei Sport und Tieren?

Sie gleicht Verwackeln der Kamera aus. Die Bewegung des Motivs friert sie nicht ein. Dafür brauchen Sie kurze Verschlusszeiten, oft 1/1000 s oder kürzer.

Lässt sich ein 70-300-mm-Zoom für Makroaufnahmen verwenden?

Nur bedingt. Der Abbildungsmaßstab reicht für größere Blüten und Insekten, aber nicht für sehr kleine Motive. Den erreichbaren Maßstab nennt der Hersteller.

Darf ich mit einem Teleobjektiv die Sonne fotografieren?

Nur mit einem dafür zugelassenen Sonnenfilter vor dem Objektiv. Ohne Filter drohen Schäden an Augen, Sensor und Kamera, schon beim Blick durch den Sucher.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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